Heute startet meine neue Blogserie zum Thema P2P Kredite. Hintergrund: Ich befasse mich seit einiger Zeit mit diesem Thema und habe die letzten Wochen versucht, mein Grundwissen hierzu zu erweitern.

Heute habe ich nun mein erstes Geld in P2P Kredite angelegt – insgesamt starte ich mit 250 €. In den kommenden Wochen möchte ich euch daher auf meiner spannenden Reise mitnehmen, euch regelmäßig berichten, wie sich die Anlage entwickelt und meine Erfahrungen mit euch teilen.

Was sind P2P Kredite?

Bisher war die Kreditvergabe eher Privatbanken, Sparkassen und vergleichbaren Institutionen vorbehalten. Das Geschäftsmodell ist so konzipiert, dass die Bank die Einlagen ihrer Kunden (z.B. auf dem Sparbuch, Festgeld-, Tagesgeld- oder Girokonto) an andere Kunden in Form von Krediten verleiht. Die Bank „arbeitet“ also mit deinem Geld. Während du jedoch derzeit keine oder verschwindend geringe Zinsen erhältst, vereinbart die Bank mit den Kreditnehmern Zinsen und verdient somit ihr Geld.

Die von der Bank somit vergebenen Kredite werden also mit den Einlagen der Kunden sowie dem Eigenkapital der Bank finanziert. Die Bank trägt das gesamte Ausfallrisiko für die Kredite. Kann der Kreditnehmer den Kredit nicht zurückzahlen, hat dies keine Auswirkung auf das Geld der Kunden. Daher werden die Kunden aber auch nicht am Kreditzins beteiligt.

Bei einem P2P (das steht für peer-to-peer) Kredit handelt es sich hingegen um einen Kredit, den eine Privatperson einer anderen Privatperson gewährt. Das ist grundsätzlich also nicht neues, da eine private Kreditvergabe auch in der Vergangenheit schon möglich war.

In Zeiten des Internets und der Digitalisierung wurde die private Kreditvergabe nun aber auf eine andere Stufe gehoben. Über eine Vielzahl von Online Plattformen (den sog. P2P Marktplätzen) ist es für Kreditsuchende viel leichter geworden eine Kreditanfrage zu stellen. Ebenso ist es für die privaten (mittlerweile aber auch für die viele institutionellen) Anleger sehr einfach, Kredite zu vergeben.

Welche Funktion haben die Marktplätze / die P2P Plattformen?

Die Marktplätze verdienen ihr Geld, indem sie eine einmalige Gebühr erheben – sie partizipieren i.d.R. nicht von den Zinszahlungen.

Die P2P Plattformen schätzen für dich die Bonität der Kreditnehmer ein. Hierzu werden beispielsweise SCHUFA-Einträge, sowie Einkommensnachweise und Rückzahlungshistorien ausgewertet. Dies ist auch notwendig, da die Kreditvergabe über die Marktplätze anonym erfolgt und man als Investor den Kreditnehmer nicht selber kennenlernt.

Im Gegensatz zu den Banken dienen die P2P Marktplätze nur dazu, um Nachfrage und Angebot zusammenzubringen. Ihre Hauptaufgabe ist die Einschätzung der Bonität, also der langfristigen Zahlungsfähigkeit der Kreditnehmer. Diese werden von den Marktplätzen in Risikoklassen eingestuft. Davon hängt dann der Zinssatz ab, den der Kreditnehmer zahlen muss.

Je schlechter seine Bonität ist, desto höher sind die Zinsen, die er zu zahlen hat. Das ist nur logisch, dass die Kreditgeber in diesem Fall auch ein höheres (Ausfall-)Risiko eingehen, sofern sie in schlechtere Bonitätsklassen investieren.

Auch das Führen der Mahn- und Inkassoprozesse ist eine wichtige Aufgabe der P2P Plattformen. Kommt der Kreditnehmer seinen Zahlungen nicht nach, übernimmt der P2P Anbieter die Mahnungen und reicht, falls dies notwendig wird, die Kredite an ein Inkassobüro weiter.

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Vorteile von P2P Krediten

Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Durch P2P Kredite ist es nun auch für Privatpersonen möglich in eine große Anzahl von Krediten zu investieren. Es ist lediglich erforderlich, sich auf der jeweiligen Plattform zu registrieren und etwas Geld einzuzahlen.

Die P2P Kredite bringen attraktive Zinsen, nicht selten zwischen 7 und 12%. Gerade in der derzeitigen Niedrigzinsphase eine gute Alternative.

Kreditnehmer haben die Möglichkeit auch dann einen Kredit zu erhalten, wenn sie diesen bei ihrer Banken bisher nicht bekommen konnten.

Die Markplätze sind einfach und effizient– das Zustandekommen des privaten Kreditgeschäftes ist somit unkompliziert möglich.

Nachteile und Risiken von P2P Krediten und meine Strategie

Niemand hat Geld zu verschenken. Dass P2P Kredite deutlich besser verzinst werden als beispielsweise Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland, liegt vor allem an dem damit verbunden Risiko. Insgesamt bestehen folgende Risiken, denen man sich bewusst sein muss, sofern man Geld in P2P Kredite investiert.

  1. Das Ausfallrisiko

Das Hauptrisiko ist das sog. Ausfallrisiko, also das Risiko, dass ein Kreditnehmer nicht mehr zahlen kann oder will.

Meine Strategie zur Reduzierung des Risikos: Wie bei allen Investitionen gilt es auch hier, das Risiko zu streuen – also zu diversifizieren. Ich werde daher viele kleine Beträge zwischen 10 – 30 € in verschiedene Kredite anlegen.

  1. Falsche Einschätzung der Bonität

Ebenso kann es vorkommen, dass die Bonität der Kreditnehmer durch die P2P Plattform falsch eingeschätzt wird. Da P2P Plattformen noch jung sind und ggf. noch nicht so umfangreiche Erfahrungswerte haben wie Banken, kann es durchaus vorkommen, dass Bonitäten falsch eingeschätzt werden.

Meine Strategie zur Reduzierung des Risikos: Ich setzte zunächst auf eine der wohl größten und bekanntesten (und somit wohl auch erfahrensten) P2P Plattform: Mintos. Je nachdem, wie meine Erfahrungen sein werden und ob ich weiteres Geld in P2P Kredite investieren werde, macht es auch Sinn, die Investition auf mehrere P2P Plattformen zu streuen.

  1. Insolvenz der P2P Plattform

Eine Streuung auf verschiedene Plattformen macht auch deswegen Sinn, damit das Geld bei einer Pleite einer P2P Plattform nicht gänzlich weg ist. Die meisten Plattformen verfügen hier allerdings auch über Sicherheitsmechanismen.

Meine Strategie zur Reduzierung des Risikos: Ich setzte zunächst auf eine der wohl größten und bekanntesten (und somit wohl auch erfahrensten) P2P Plattform: Mintos. Je nachdem, wie meine Erfahrungen sein werden und ob ich weiteres Geld in P2P Kredite investieren werde, macht es auch Sinn, die Investition auf mehrere P2P Plattformen zu streuen.

 Fazit

Ich bin gespannt, wie sich meine Investition entwickeln wird und welche Erfahrungen ich machen werde. In jedem Fall sind P2P Kredite ist eine sehr interessante Investment-Alternative.

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11 thoughts

  1. Hallo,
    ich persönlich bin bei AuxMoney und Bondora. AuxMoney sind deutsche Kredite und ich habe nach über einem Jahr ca. 12% Nettorendite auf 0% Ausfälle. Bei Bondora liege ich bei knapp 30% Nettorendite. Momentan sind bei mir ca. 8% der Kredite im Verzug, daran ist die Nettorendite aber schon angepasst.

    Ich glaube das größte Risiko ist tatsächlich die Plattform selbst. Eine kleine Gesetzesänderung reicht schon um das gesamte P2P System zu kippen (ist strenggenommen ja auch Ausbeutung bonitätsloser Konsumenten). Ich kann mir vorstellen, dass dort in den nächsten Jahren vielleicht was von Seiten des Verbraucherschutzes kommt.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg!

    Liken

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