Es ist schon erstaunlich, wie weitverbreitet einige Finanzirrtümer in Deutschland sind, wenn es um Geldanlage und Altersvorsorge geht.

Ich habe im Folgenden 5 typische Irrtümer zusammengefasst, die du als Anfänger kennen solltest, bevor du dein Geld in eine unprofitable Anlage steckst.

5 Finanzirrtümer

1. Irrtum: Mit einer Kapitallebensversicherung kann man gut sparen

Die klassische Kapitallebensversicherung gilt als Lieblingsfinanzprodukt der Deutschen. Das kommt wahrscheinlich daher, dass Banken und Versicherungen diese Form der Geldanlage immer wieder stark beworben und angepriesen haben. Das ist nur verständlich, da Banken und Versicherungen damit schon immer gut verdient haben. Kapitallebensversicherungen haben meist hohe Kosten und Vertriebsprovisionen, was den Verkauf dieser Produkte für Banken und Versicherungen sehr attraktiv macht.

Zudem kassieren Baken und Versicherungen oftmals doppelt. Da die Verträge sehr lange laufen kommt es oft vor, dass der Verbraucher die Lebensversicherung vor Ablauf kündigt. Wer jedoch früher an sein Geld will, muss mit Abschlägen rechnen.

2. Irrtum – Sparen geht bei mir nicht, da am Monatsende nichts übrig ist

Wer mit dem Sparen bis zum Monatsende wartet, kommt nur selten dazu regelmäßig etwas zur Seite zu packen. Denn komischerweise bleibt am Ende des Monats nur selten etwas übrig. Dieses „Naturgesetz“ gilt unabhängig davon, was man verdient. Selbst nach einer Gehaltserhöhung hat man am Monat nicht mehr auf dem Konto als vorher. Und das ist auch nur verständlich: Man möchte sich ja schließlich dafür belohnen, dass man so hart arbeitet.

Wer sparen möchte, muss daher bereits am Anfang des Monats seinen Sparbetrag abziehen. Dieser Betrag muss ein fester Posten werden – so wie die Miete oder der Wochenendeinkauf.

Des Weiteren sollte dieser Sparbetrag auf ein anderes Konto überwiesen werden, z.B. ein Tagesgeld- oder ein Investitionskonto, und somit aus dem täglichen Zugriffsbereich verschwinden.

3. Irrtum – Unabhängige Finanzberater sind tatsächlich unabhängig

„Unabhängige“ Finanzberater vertreiben zwar Finanzprodukte verschiedener Anbieter, doch sie leben in der Regel von der Vermittlungsprovision. Daher handelt es sich oftmals nicht um eine Finanzberatung, sondern tatsächlich um ein Verkaufsgespräch. Es ist nur menschlich, dass der ein oder andere Berater daher eher Produkte „empfiehlt“, die ihm eine höhere Provision einbringen. Ob dieses Produkt für den Anleger das beste ist, bleibt fraglich. Das Interesse des Anlegers tritt hierbei oftmals in den Hintergrund.

Wer eine unabhängige (echte) Beratung wünscht, der sollte sich gegen eine Gebühr von der Verbraucherzentrale oder einem Honorarberater beraten lassen. Das kostet zwar zunächst etwas Geld, man spart sich aber ggf. lebenslange Produktkosten und erzielt eine höhere Rendite.

4. Irrtum – Da ich mich mit Finanzen nicht auskenne, kann ich nicht selber Geld anlegen

Viele kümmern sich nicht um ihre Finanzen, da sie weder Zeit noch Lust haben, sich mit diesem vermeintlich komplexen Thema zu beschäftigen. Stattdessen lassen sie ihr Geld auf einem Tagesgeldkonto liegen oder kaufen Produkte, die ihnen die Hausbank oder ein Finanzberater anbietet (siehe oben).

Dabei kann jeder auch ohne umfangreiche Kenntnisse etwas für die Geldanlage und die Altersvorsorge tun. Der einfachste Weg ist, monatlich einen festen Betrag in einen ETF Sparplan einzuzahlen.

Ein ETF (engl.: „Exchange Traded Fund”) ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index, wie beispielsweise des DAX, abbildet. Steigt der DAX, steigt auch der Wert des ETF.

In der Vergangenheit führte die langfristige Anlage in Aktien und Indexfonds im Durchschnitt immer zu einer hohen Rendite. Wer daher langfristig etwas für seine Altersvorsorge machen möchte, muss lediglich die folgenden drei Schritte ausführen:

a)  Eröffnung eines Depots

b) Auswahl eines ETFs – für Anfänger bietet sich hier ein ETF auf den MSCI World an

c) Sparplan einrichten und jeden Monat einen festen Betrag (z.B. 50 EUR) einzahlen

fertig!

5. Irrtum – Ich sorge für das Alter vor, indem ich regelmäßig Geld auf ein Sparbuch / ein Tagesgeldkonto einzahle

Wer regelmäßig etwas zur Seite packt und dieses Geld auf ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto einzahlt, der kann im Alter eine böse Überraschung erleben.

Früher galten Sparbücher als zinsstarke Geldanlageform. Aufgrund der niedrigen Zinsen heutzutage decken die Sparbuchzinsen jedoch bei weitem nicht einmal die jährliche Inflationsrate ab. Das bedeutet: Das gesparte Geld verliert auf dem Sparbuch jedes Jahr an Wert! Gleiches gilt für Tagesgeldzinsen.

Die vom Statistischen Bundesamt errechnete Inflationsrate in Deutschland lag im Dezember 2018 bei 1,7 %, im Oktober 2018 lag sie sogar bei 2,5%. Die durchschnittlichen Renditen der Sparbuch-Anbieter übersteigen aber nur selten die 0,01 %. Damit ist der Realzins, also die tatsächliche Wertentwicklung Ihres Kapitals auf dem Sparbuch, negativ.

Ich hoffe, ich konnte dir einige Anregungen geben, damit du bei deinem persönlichen Vermögensaufbau keinem dieser Irrtümer unterliegst.

Beste Grüße

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One thought

  1. Eine sehr umfassende und leider auch wahre Liste… Ich würde noch hinzufügen: „Zum Anlegen benötigt man viel Startkapital“. Dabei gibt es heutzutage Möglichkeiten bereits ab 1€ zu investieren.

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