Im Juli 2019 jährt sich das Ende der globalen Finanzkrise zum zehnten Mal. In diesen zehn Jahren stiegen die Kurse kontinuierlich – ein historischer „Bullenmarkt“. Einige „Experten“ prophezeien seit längerer Zeit den drohenden Crash – nur auf den genauen Zeitpunkt wollen und können sie sich nicht festlegen.

Wahr ist, dass die Märkte momentan mit einigen Herausforderungen zu kämpfen haben, die man auch als Warnsignale für einen Crash werten kann. Beispielhaft seien die folgenden drei Warnsignale genannt:

Warnsignal 1: Das Ende des Wirtschaftsaufschwungs?

2018 war ein äußerst volatiles Jahr am Aktienmarkt. Eine so große Schwankung bei den Aktienkursen gab es seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr. Zudem häufen sich die Negativmeldungen, dass die Wirtschaft in diesem Jahr nicht mehr so stark wachsen wird, wie ursprünglich gedacht. Auch der IFO Geschäftsklimaindex ist schlecht wie lange nicht mehr. Häufiger als früher hört man nun auch das Wort „Rezession“… 

Warnsignal 2: Steigende Zinsen in den USA

Da die US-amerikanische Wirtschaft eine starke Wachstumsphase erlebt habt, hat die US Notenbank FED den Leitzins seit 2015 schon acht Mal angehoben. Dadurch verteuern sich Kredite, was das Sparen wieder attraktiver macht und das billige Geld aus dem Markt zieht. So können sich Investitionen verringern und die Wachstumsphase kann sich abkühlen. 

Einige vertreten gar die Ansicht, dass die USA die Zinsen in den nächsten Jahren vor allem deswegen weiter anheben wird, um die Zeit des billigen Geldes einzuläuten und somit den Investitionsfluss nach China zu unterbinden. China hat eine beispiellose Entwickelung in den letzten Jahrzehnten hingelegt und droht den USA den Rang als Weltmacht #1 abzulaufen. Daher müsse – nach Ansicht einiger – nun der Geldhahn schnell zugedreht werden, da China ansonsten in einigen Jahren nicht mehr aufzuhalten ist.

Warnsignal 3: Probleme in China

Geringeres Wachstum in China stellt den Rest der Welt vor ernsthafte Probleme. Ein Großteil des weltweiten Handels ist mit China eng verbunden. Auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China ist nicht gelöst und könnte die Probleme verschärfen. 

Kommt jetzt der Crash?

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass nicht nur die drei genannten Themen die Märkte belasten. Fakt ist aber auch, dass keines der Themen zwingend zu einem Crash führen muss – schon gar nicht in den nächsten 12 Monaten.

Es gibt weiterhin viele, die optimistisch sind und an eine Lösung der Konflikte glauben. Die Daten der Unternehmen sind nach wie vor gut, die Gewinne sprudeln.

Zudem hatten wir gerade zum Ende des Jahres 2018 eine deutliche Korrektur. Die Aktienkurse gaben im Vergleich zum Allzeithoch Anfang Januar 2018 um 20% nach. Das bedeutet auch, dass die o.g. Risiken bereits in den Kursen eingepreist sein könnten. 

Wer sich lange genug mit der Börse beschäftigt weiß, dass ein Crash unabwendbar ist. Irgendwann wird er kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Frage ist nur wann…

Diejenigen, die jetzt den Crash herbeireden, werden sich dann hinstellen und sagen, dass sie es waren, die den Crash schon lange angekündigt haben. Dass die Kurse aber zwischen ihrer Ankündigung und dem tatsächlichen Eintreten noch um 50% gestiegen sind, wird dann nicht thematisiert. 

Lustig finde ich auch immer die Überschriften in einschlägigen „Fachmagazinen“, bei denen der „größte Crash aller Zeiten“ angekündigt wird – wie beispielsweise bei Focus Money. Auf der einen Seite gibt es ein Interview mit Dirk Müller, der ja seit Jahren den größten Crash aller Zeiten ankündigt, auf den nächsten Seite werden dann Kaufempfehlungen für Aktien ausgesprochen, die derzeit unterbewertet seinen und bei denen mit steigenden Kursen zu rechnen ist – wie passt das zusammen 🙂 🙂

Meine Meinung

Sicherlich muss man den Markt im Auge behalten. Mir persönlich sind die Anzeichen für einen drohenden Crash allerdings viel zu vage.

Es ist immer leicht einen zukünftigen Crash zu prognostizieren, ohne einen groben Zeitpunkt zu nennen (Zukunft ist auch in 10 Jahren). Aktienkurse steigen und fallen, das war schon immer so und wird auch immer so bleiben.

Ich rechne nicht damit, dass 2019 als Jahr des großen Crashs in die Geschichte eingehen wird. 

Und wenn doch?

Dann ist das auch kein Problem. Meine ETF Sparpläne laufen weiter. Da während des Crashs die Kurse stark fallen, bekomme ich dann für mein Geld mehr Anteile und gute Unternehmen zu Spottpreisen. Da die Aktienkurse nach einem Crash auch wieder steigen, bietet sich dadurch nur eine umso größere Chance 🙂

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