Alle Väter und Mütter wünschen sich gute Eltern zu sein. Kinder zu haben ist das Schönste im Leben. Gerade bei seinen Kindern möchte man alles richtig machen und den Kindern ein gutes und sicheres Leben ermöglichen.

Ich habe selbst zwei Kinder und spreche aus Erfahrung wenn ich sage, dass man als Elternteil ständig damit beschäftigt ist, sich Sorgen um das Wohlergehen und die Entwicklung des Kindes zu machen:

  • Geht es meinen Kindern gut?
  • Fehlt es ihnen an nichts?
  • Die Nachbarskinder können bereits dies und jenes, meine Kinder noch nicht – woran liegt das? Was mache ich falsch?
  • Meine Tochter hat Kopfschmerzen – ist es vielleicht etwas Ernstes? Muss ich zum Arzt?

Natürlich ist es das Wichtigste, dass die Kinder mit Liebe großgezogen werden. Ich kenne viele gute Eltern in meinem Bekanntenkreis. Wir alle lieben unsere Kinder. Dem ein oder anderen gelingt einiges besser und anderes schlechter – perfekte Eltern gibt es natürlich nicht. Aber alle wollen nur das Beste für ihren Nachwuchs und das ist auch gut so!

Was hat das jetzt mit dem Thema Finanzen zu tun?

Gerade weil wir alle unsere Kinder so lieben, sollten wir sie frühzeitig mit dem Thema Finanzen vertraut machen. Doch genau das machen viele nicht.

Dies liegt wahrscheinlich daran, dass dieses Thema bei den Erwachsenen ebenfalls nicht gerade im Fokus steht.

Auch das deutsche Bildungssystem vernachlässigt die Themen Finanzen und Geldanlage. Dies zeigt sich beispielsweise durch den bekannten Tweet der 17-jährigen Schülerin Naina aus dem Jahr 2015. Damals schrieb sie

„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ´ne Gedichtanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“

Dies beschreibt nach meiner Ansicht äußerst anschaulich, wo wir in Deutschland hier stehen.

Von einigen Eltern habe ich gehört, dass für das Kind zumindest ein eigenes Tagesgeldkonto oder – der Klassiker – ein Sparbuch eingerichtet wurde. Das ist sicherlich besser als gar nichts zu tun. Aufgrund der niedrigen Verzinsung (nicht mehr als 1% pro Jahr) führt dies aber gleichzeitig dazu, dass das dort eingezahlte Geld aufgrund der Inflation jedes Jahr an Wert verliert (die Inflationsrate schwankt von Monat zu Monat, beträgt aber regelmäßig zwischen 1% und 2,5%).

Das reicht nach meiner Ansicht nicht aus…

Als junger Vater ist es mir sehr wichtig, dass meine Kinder finanziell und persönlich für ihre Zukunft gut vorbereitet sind.

Warum das Thema Finanzen bereits im Kindesalter wichtig ist

Wer früh anfängt, erreicht viel!

Gerade beim Thema Geldanlage gilt: Je früher damit begonnen wird, desto besser!

Wer früh anfängt, kann mit monatlich kleinen Beträgen viel erreichen. Es macht einen erheblichen Unterschied, ob man 65 Jahre oder nur 15 Jahre anspart. 

Dies liegt vor allem auch daran, dass nicht nur der ursprüngliche Anlagebetrag verzinst wird, sondern auch die Zinsen, die pro Jahr erzielt werden. Dieser sog. Zinseszinseffekt ist umso größer, je früher das Geld investiert wird.

Beispiel:

Stell dir vor, mit Geburt deines Kindes legst du regelmäßig das monatliche Kindergeld iHv. EUR 194 zu 5% (z.B. im Rahmen eines ETF Sparplanes) an. 

Eingezahltes Kapital41.904 EUR
Endkapital67.266 EUR
Zinsen25.362 EUR

Die oben geschätzten 5% sind bei Anlage am Aktienmarkt wahrscheinlich tendenziell zu gering, liegt doch die durchschnittliche Rendite eher zwischen 6 und 10%. Unterstellt man eine Rendite von beispielsweise 8%, ergibt sich folgendes Ergebnis:

Eingezahltes Kapital41.904 EUR
Endkapital90.962 EUR
Zinsen49.058 EUR

Schön, oder?

Es muss ja auch nicht immer das ganze Kindergeld angelegt werden. Auch mit kleinen Beträgen (z.B. 25 EUR pro Monat) kann man ein schönes Startkapital für seine Kinder ansparen.

Meine Frau und ich haben daher nun für beide Kinder ein eigenes Depot eingerichtet und zahlen ab sofort monatlich in je einen ETF Sarplan für die Kinder ein. Wir haben uns hierbei für einen ETF auf den MSCI World entschieden. Dieser streut das Risiko sehr breit und sorgt dafür, dass die Kinder mit Erreichen des 18. Lebensjahres ein ordentliches Startkapital zur Verfügung haben. 

Diese Grafik zeigt die Wertentwicklung in den letzten 10 Jahren und kennt nur eine Richtung. Auch wenn die Kurse im Jahr 2009 zuvor aufgrund der Finanzkrise eingebrochen waren, zeigt der Index seit Auflegung eine sehr gute Performance. Da kann man aus meiner Sicht nichts falsch machen!

Kinder lernen von ihren Eltern

Für Kinder ist Geld und dessen Wert etwas völlig Abstraktes. Der richtige Umgang damit muss also gelernt werden. Den Zusammenhang, dass Geld durch Arbeit verdient wird und man damit haushalten muss, können jedoch auch schon Kinder begreifen.

Da ich möchte, dass meine Kinder später verantwortungsvoll mit Geld umgehen, versuche ich früh mit dem Erklären zu beginnen. Denn Konsum beginnt bereits im Kindergarten 🙂  

Beobachten die Kinder beispielsweise, dass die Eltern regelmäßig mehr einkaufen, als die Familie essen oder konsumieren kann, werden sie das Verhalten als normal empfinden. Es wird dann eher schwierig dem Kind zu vermitteln, dass man Geld nicht verschwenden soll. Man sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen.

Taschengeld 

Auch möchte ich meinen Kindern à la Rich Dad Poor Dad frühzeitig erklären, dass es besser ist sein Geld in Vermögenswerte zu investieren als in Verbindlichkeiten.

Ich finde es wichtig, dass die Kinder ihre eigenen Erfahrungen zum Umgang mit Geld sammeln. Taschengeld ist „Übungsgeld“. Die Kinder lernen damit zu entscheiden, ob und wofür sie es ausgeben.

Den Kindern allerdings das Taschengeld mit der Aussage „Kauf dir etwas Schönes“ zu geben und sich anschließend über die Kaufentscheidung der eigenen Kinder zu beklagen kann nicht die Lösung sein.

Ich habe kürzlich im Finanzrocker Podcast im Interview mit Matthias Schmitt eine sehr interessante Idee dazu gehört, wie er seine Tochter für die Geldanlage begeistert.

Er hatte hierzu seine eigene „Bank“ – die Schmitt-Bank – eingerichtet. Seine Tochter konnte dann entscheiden, ob sie (einen Teil) ihr(es) Taschengeld(es) bei dieser fiktiven Bank einzahlt oder ob sie alles im Monat für Spielzeug, Süßigkeiten etc. ausgeben möchte – die Entscheidung oblag ausschließlich ihr. Sofern sie sich für die Einzahlung bei der „Bank“ entscheidet, wird das Taschengeld mit 1% pro Monat verzinst. Die Zinsen werden dann im Folgemonat – zusammen mit dem neuen Taschengeld – ausgezahlt. 

Die Idee dieser fiktiven Bank hat mich begeistert. Daher werde ich ebenfalls kurzerhand eine eigene Bank gründen und meinen Kindern eine stattliche Rendite von sogar 10% pro Monat (also 120% auf Jahresbasis) bieten. Mal schauen: Vielleicht muss ich den „Leitzins“ irgendwann einmal senken, wenn dieses Modell zu gut funktioniert…:-)

Aktien

Kindern Aktien oder die Börse zu erklären stelle ich mir äußerst schwierig vor. Auch hierzu lieferte der Podcast eine tolle Idee:

Das Geheimnis liegt darin, das Abstrakte für die Kinder greifbar zu machen. Mit dem Kauf einer Aktie erwirbt man ja einen (wenn auch kleinen) Anteil an einem Unternehmen – es wird also zu deinem Unternehmen.

Ich werde daher bei meiner Tochter langsam damit beginnen, Aktien von guten Unternehmen zu erwerben, die sie auch tatsächlich kennt und auch gerne mag (mein Sohn ist mit 4 Jahren noch zu klein dafür).

Eine möglich Aktie ist die von McDonalds. Meine Tochter liebt McDonald (keine Sorge – wir achten auf die Ernährung unserer Kinder, aber ab und zu gehen wir auch zum goldenen M :-)).

Dieses Unternehmen kennt sie und ich glaube ihr damit das Thema Aktien und Börse langsam näher bringen zu können. Ist doch dann auch etwas Besonderes, wenn man im eigenen Restaurant essen geht, oder? Nur bezahlen muss man trotzdem…

Steuervorteile nutzen

Da ich ja Steuerberater bin, möchte ich noch einen weiteren steuerlichen Grund anführen: Die sog. Abgeltungssteuer. 

Jeder, der in Deutschland einkommensteuerpflichtig ist, muss seine Kapitalerträge (z.B. Zinsen, Dividenden, Aktienveräußerungsgewinne) mit 25% zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer versteuern. Voraussetzung ist, dass die Kapitalerträge den Sparerpauschbetrag von 801 Euro (1.602 Euro bei Ehegatten) übersteigen. 

Wer regelmäßig Geld investiert, kommt schnell über diesen Freibetrag und muss Steuern zahlen. 

Läuft ein Depot oder Konto jedoch auf den Namen der Kinder, kann man Steuern sparen. Denn trotz der Tatsache, dass die Kinder minderjährig sind, werden sie als vollwertige Steuerzahler eingestuft.

Das bedeutet dann, dass das Kind einen eigenen Sparerpauschbetrag (801 Euro) und einen Grundfreibetrag zugestanden bekommen. Der Grundfreibetrag liegt derzeit bei 9.168 Euro. 

Das heißt im Klartext, dass die Kinder (sofern sie kein weiteres Einkommen erzielen) grundsätzlich Kapitalerträge bis zu ca. 10.000 Euro nicht versteuern müssen.  

Natürlich bedeutet ein eigenes Konto/Depot der Kinder aber auch, dass die Kinder nach Erreichen der Volljährigkeit vollständig über das dortige Geld verfügen können…Umso wichtiger die Kinder beim Thema Finanzen zu bilden, da sonst schnell das mühsam angesparte Geld auf den Kopf gehauen wird!

Fazit

Den Umgang mit Geld lernen die Kinder im Wesentlichen von uns Eltern. Ich halte es daher für sinnvoll, frühzeitig Energie und Zeit in die Finanzbildung meiner Kinder zu investieren. Damit wird die Basis für ein späteres finanziell erfolgreiches Leben gelegt.

Natürlich möchte ich nichts erzwingen – das wäre eher kontraproduktiv. Ich möchte die Kinder auch nicht gegen ihren Willen und entgegen ihrer Interessen zu Finanzexperten machen.

Es geht mir nur darum ihnen den Umgang mit Geld zu erklären und das sicherzustellen, was unser Bildungssystem nicht leistet: Finanzielle (Aus-)Bildung.

Dies – zusammen mit einem gewissen angesparten Anfangsvermögen – soll meinen Kindern dann dabei helfen, ihre Träume zu verwirklichen und ein tolles und sicheres Leben führen zu können.

Denn das ist doch genau das, worum es uns Eltern geht, oder?


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5 thoughts

  1. Hallo Oliver,

    du sprichst ein sehr wichtiges Thema an. Leider gibt es für Kinder und Jugendliche fast nichts auf dem Markt, was ihnen Finanzbildung vermittelt. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, das zu ändern und dazu ein Buch geschrieben, das am 20.03. per Self-Publishing online gehen wird. In der fiktiven Geschichte, die für Kinder im Alter von 8-11 ist, werden folgende Themen behandelt:

    — Was ist Geld überhaupt? (Die drei Geldfunktionen) Wozu braucht man es? Was wäre, wenn es kein Geld gäbe?
    — Was ist Inflation, was ist Deflation?
    — Was ist der Zins?
    — Wie wird der Preis gebildet? (Angebot/Nachfrage)

    Also mit den absoluten Basics. Nach jedem Kapitel werden die Themen in einigen Sätzen erklärt. Die Themen sind in eine fiktive Geschichte gebettet, damit es nicht so langweilig und dröge ist! Hättest du Interesse, dir das Buch anzusehen? Wenn ja, schicke ich es dir gerne.

    Viele Grüße,
    Anna

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    1. Liebe Anna,

      danke für deinen Kommentar. Sehr gerne würde ich mal einen Blick in dein Buch werfen, das klingt sehr interessant.

      Viele Grüße
      Oliver

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      1. Hallo Oliver!

        Leider finde ich keine Email-Adresse von dir? Per Kontakt kann ich leider keine Anhänge verschicken 🙂 Kannst du mir deine Emailadresse geben? Dann kann ich es dir schicken 🙂

        VG,
        Anna

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  2. Aus welchem Grund sparst du jetzt schon gezielt für die Kinder? Nur wegen des steuerlichen Vorteils? Ich investieren derzeit in meinen eigenen Sparplan, anstatt ihn aufzusplitten. Je nachdem kann das Ersparte natürlich auch mal den Kindern zu Gute kommen, allerdings will ich mich da noch nicht festlegen.

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