Viele denken, dass der Kauf von Wertpapieren wie beispielsweise Aktien oder ETFs kompliziert und aufwändig ist. Das ist jedoch nicht der Fall. Dabei ist gerade die Investition in Aktien oder ETFs auf lange Sicht eine sinnvolle Geldanlage. Warum? Das kannst du hier nachlesen.

Wer mit Wertpapieren handeln möchte, benötigt grundsätzlich nur ein Depot. Die Eröffnung eines Depots ist unkompliziert und in wenigen Schritten möglich.

Anders als ein normales Konto, auf dem beispielsweise deine Gehaltszahlungen eingehen, wird das Depot nicht für den allgemeinen Zahlungsverkehr verwendet. Wie der Name schon sagt, werden hier ausschließlich Wertpapiere deponiert, also verwahrt.

Die Auswahl der Anbieter ist groß – grundsätzlich kannst du zwischen Direktbanken, der Hausbank und Online Broker wählen.

Ich empfehle hierfür jedoch nicht die Hausbank zu nutzen, da diese oftmals höhere Depotführungsgebühren verlangt. Aus meiner Sicht solltest du einen der vielen Online Broker oder eine Direktbank wählen. Der Kauf von Wertpapieren ist damit einfach, schnell und günstig. Insbesondere fallen hierbei lediglich geringe Transaktionskosten an, was sich positiv auf deine Rendite auswirkt.

Wie findest du das richtige Depot?

Bei deiner Auswahl achte ich auf die folgenden drei Faktoren:

1. Das Depot sollte kostenlos sein

Ein verbraucherfreundliches Depot sollte kostenlos sein. Das heißt, der Anbieter sollte grundsätzlich auf Gebühren für die Depotführung verzichten.

2. Geringe Handelsgebühren

Du solltest ein Depot wählen, bei dem du nur geringe Gebühren dafür zahlst, wenn du Wertpapiere oder Aktien-Indexfonds (ETFs) kaufst. Hohe Transaktionskosten schmälern die Rendite. Ideal finde ich Festpreise, z.B. 5 Euro pro Ordner – unabhängig davon, ob du 500 oder 5.000 Euro investierst.

3. Sparpläne – Großes Angebot

Nicht jeder hat eine größere Summe parat, die gleich investiert werden kann. Wie ihr bereits in vergangen Beiträgen gemerkt habt, bin ich ein großer Fan von ETF Sparplänen. Daher ist für mich bei der Wahl des Depots besonders wichtig, dass der Anbieter die Möglichkeit bietet, in kleinen, monatlichen Raten in ETFs anzusparen. Viele Broker bieten zudem einige ETF Sparpläne kostenlos an.

Interessant sind auch Aktiensparpläne. Hierbei legt man in regelmäßigen Abständen (z.B. monatlich, quartalsweise, halbjährlich) einen festen Betrag – z.B. 100 Euro – in derselben Aktie an. Vorteil hierbei: Man begrenzt das Risiko fallender Kurse durch den sog. Cost Average Effekt. Investiert man einmalig sein gesamtes Geld in eine Aktie, so kann man Glück (Kurs steigt) oder Pech (Kurs fällt) haben. Im Gegensatz dazu profitiert man bei einem monatlichen Sparplan davon, dass man seine Investition auf mehrere Tranchen verteilt. Sind die Kurse z.Z. der Ausführung niedrig, erwirbt man für seinen monatlichen Beitrag mehr Aktien. Steigen die Kurse wieder, profitiert man vom Kursgewinn. Sind die Kurse hingegen gerade hoch, erwirbt man entsprechend weniger Aktien.  Fallen die Kurse anschließend, ist der Verlust entsprechend geringer.

Welche Anbieter kommen infrage?

Wie bereits erläutert gibt es viel verschiedene Anbieter. Im Folgenden habe ich diejenigen aufgeführt, bei denen ich selbst Erfahrungen gesammelt habe. Diese Übersicht ist natürlich nicht abschließend, für Anfänger sollte die Auswahl aber ausreichend sein.

Online Broker

Günstigste Depots gibt es bei den online Brokern Onvista Bank und Flatex. Unabhängig vom Anlagevolumen zahlt man einen Festpreis pro Order. Inklusive aller Gebühren sind das bei der Onvista Bank 7 Euro pro Transaktion, bei Flatex ca. 6,70 Euro.

Beide Broker bieten ETF als Sparpläne an:

  • Onvista: mehr als 160 ETFs, die größtenteils kostenlos sind
  • Flatex: Mehr als 700 ETFs, viele kostenlos, ansonsten 1,50 Euro pro Sparplan-Rate

Leider bieten beide Broker keinen Aktiensparplan an.

Warum ich Onvista besser finde als Flatex

Flatex berechnet Negativzinsen für nicht investiertes Guthaben

Wer Geld bei Flatex liegen lässt und nicht investiert, bezahlt darauf 0,4 Prozent Zinsen pro Jahr. Das sollte man wissen, vermeiden und das Geld stets schnell vom Verrechnungskonto nehmen. Also entweder gleich wieder investieren oder auf das Girokonto weiterüberweisen.

Falls du ausländische Einzelaktien kaufst, verlangt Flatex eine Gebühr für das Einbuchen der Dividende. Sie liegt bei 5 Euro pro Vorgang. Falls die Gutschrift der Dividende weniger als 15 Euro beträgt, sinkt die Gebühr auf 1,50 Euro.

Ein Beispiel: Du besitzt Aktien von Apple, die dir eine Dividende von 80 Euro einbringen. Apple schütte quartalsweise aus – insgesamt erhältst du also 4 x 20 Euro im Jahr. Für jede Einbuchung werden 5 Euro fällig. Von insgesamt 80 Euro Dividende bleiben also am Jahresende nur 60 Euro übrig.

Dies kann besonders ärgerlich sein, wenn man eine Dividendenstrategie verfolgt.

Direktbanken

Wenn du dein Depot und dein Konto bei einer Bank haben möchtest, sind die folgenden Direktbanken aus meiner Sicht empfehlenswert:

  • DKB,
  • Comdirect,
  • Consorsbank und
  • ING-Diba.

Bei der DKB zahlt man bei einer Anlage von bis zu 10.000 Euro pauschal 10 Euro an Gebühren. Bei einer Anlage von mehr als 10.000 Euro werden pauschal 25 Euro berechnet. Monatliche Sparraten kosten 1,50 Euro, unabhängig von der Höhe der Sparplanrate. Sparer, die höhere Sparraten wählen, profitieren dann von vergleichsweise geringen Kosten.

Bei Comdirect, Consorsbank und ING-Diba ist die Ordergebühr von der Höhe der angelegten Summe abhängig. Alle drei Banken berechnen einen Grundbetrag von ca. fünf Euro. Die Kosten steigen dann in Abhängigkeit vom Anlagebetrag auf max. 60 bzw. 70 Euro.

Für 100 Euro monatliche Sparrate beim ETF-Sparplan bezahlen Kunden bei Comdirect und Consorsbank regulär 1,50 Euro. Beide Banken bieten aber auch zahlreiche ETFs kostenlos im Sparplan an. Bei der ING-Diba liegt der Sparplan bei 1,75 Euro bei 100 Euro Sparrate.

Wer Aktiensparpläne mag (also monatlich in dieselbe Aktie zu investieren), kann diese bei Comdirect, Consorsbank und ING-Diba einrichten. Dies ist ein klarer Vorteil gegenüber Onvista und Flatex, wo ein Aktiensparplan nicht möglich ist.

Wie wird das Online Depot eröffnet

Sofern du dich für ein Depot entschieden hast, fehlen nur noch zwei Schritte zum eigenen Depot:

1. Online-Eröffnungsantrag

Du musst zunächst beim Anbieter deiner Wahl deine persönlichen Daten (Name, Adresse etc.) ins Online-Formular eintragen.

Außerdem musst du Angaben zu deinen bisherigen Erfahrungen mit dem Wertpapierhandel machen. Auf Basis dieser Daten erstellt die Bank bzw. der Broker ein Risikoprofil. Damit wird festgelegt, welche Wertpapiergeschäfte du als Anleger ausführen darfst und welche Anlageklassen nicht zu deinem Risikoprofil passen. Oftmals ausgeschlossen sind hochspekulative CFD-Geschäfte.

Schließlich muss üblicherweise auch ein Verrechnungskonto angegeben werden. Über dieses Verrechnungskonto (z.B. dein Girokonto) werden dann alle Ein-/ Auszahlungen auf bzw. von deinem Online Depot abgewickelt.

2. PostIdent- oder VideoIdent-Verfahren zur Legitimation

Anschließend musst du mit dem ausgedruckten Eröffnungsantrag zur nächsten Filiale der Deutschen Post. Der Postmitarbeiter führt dann das sogenannte Postident-Verfahren durch.

Damit wird sichergestellt, dass auch tatsächlich du der Depotinhaber bist (Methode zur sicheren Identifikation von Personen). Neben dem Postident-Coupon, den die Onlinebank zur Verfügung gestellt hat, musst du auch deinen Personalausweis sowie den vollständig ausgefüllten Antrag mitnehmen.

Der Postangestellte schickt dann die Unterlagen kostenfrei an deinen neuen Wertpapierbroker. Nach einigen Tagen solltest du dann ein Bestätigungsschreiben des Anbieters sowie deine Konto- und Zugangsdaten erhalten.

P.S. Manche Banken bieten mittlerweile alternativ zum PostIdent- auch das VideoIdent-Verfahren an. Damit kannst du die Identitätsfeststellung bequem von zu Hause am PC oder Tablet vornehmen.

Meine Depots

Ich selbst habe Depots bei folgenden Brokern bzw. Direktbanken:

Onvista:

Hier habe ich Dividendenaktien und ETF Sparpläne

+ Günstiger Festpreis, viele kostenlose ETF Sparpläne, keine Gebühr für das Einbuchen von ausländischen Dividenden

– keine Möglichkeit von Aktiensparplänen, gewöhnungsbedürftige Nutzeroberfläche

Flatex

Hier habe ich Wachstumsaktien (ohne Dividende) und ETF Sparpläne

+ Günstiger Festpreis, großes Angebot an kostenlosen ETF Sparplänen, einfache Nutzeroberfläche

keine Möglichkeit von Aktiensparplänen, negativer Einlagezins, Gebühr für das Einbuchen ausl. Dividenden

Consorsbank

Hier habe ich Aktiensparpläne angelegt

+ großes Angebot von Aktiensparplänen, keine Gebühr für das Einbuchen von ausländischen Dividenden

– kein Festpreis

Fazit

Die Depoteröffnung ist einfach und sollte kein Grund sein, eine Investition in Wertpapiere aufzuschieben.

Du kannst jedoch viel Geld sparen, wenn du dich für ein günstiges Depot entscheidest. Denn die Unterschiede bei den anfallenden Kosten und Gebühren können sich pro Jahr zu nicht unerheblichen Summen aufaddieren.

Ich selbst habe mit Onvista sehr gute Erfahrungen gemacht. Gerade für Anfänger bietet Onvista alles, was man benötigt und ist zudem sehr günstig.

Aber auch die anderen Anbieter haben ihre Vorteile.

Hast du Erfahrungen mit anderen Anbietern gemacht? Dann bin ich für Feedback dankbar.

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6 thoughts

  1. Hey zurest wollte ich sagen das ich den beitrag sehr Informativ auch als Jahre langer Investment Millionär fand ich es recht Interssant. Einen Tipp wenn ihr euch so viele kopfschmerzen sparen wollt hollt euch das Buch von meinen Jahre langen geschäftspartnern und Kolegen http://bit.ly/2SITroU

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