Im Rahmen der Wahl zum CDU Vorsitz sagte Friedrich Merz vor einigen Monaten, dass er die Deutschen zu einem Volk von Aktionären machen möchte. Er schlug vor, den Aktienbesitz im Alter durch steuerliche Freibeträge zu fördern.

Diese Pläne wurden in der Presse rauf und runter diskutiert. So gab und gibt es viele, die hinter der Aussage von Herrn Merz ein großes Eigeninteresse und Lobbyismus vermuten. So sagte der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil beispielsweise:

„Das ist ein milliardenschwerer Gefallen für Reiche und vor allem für seine Kollegen von Blackrock“.

Es ist klar, dass derartige „Vorwürfe“ gemacht werden, wenn solche Aussagen von einem Mitglied des Aufsichtsrates von BlackRock – dem größten Vermögensverwalter weltweit – kommen. Und genau das ist ja Friedrich Merz. 

Die Diskussion hat jedoch auch gezeigt, dass weder die Politik noch viele Bürgerinnen und Bürger die Zeichen der Zeit erkannt haben. Denn die Geldanlage mit Aktien könnte eines der größten Probleme der Zukunft lösen:

Die Altersvorsorge!

Sieben Gründe, warum du dich selbst darum kümmern solltest, kannst du hier nachlesen.

Aktien sind weiterhin ein heikles Thema in Deutschland – 3 Vorurteile

In meinem Bekanntenkreis kenne ich kaum jemanden, der in Aktien investiert. Die Deutschen sind Aktienmuffel und „sparen“ ihr mühsam verdientes Geld lieber, anstatt es in Aktien anzulegen. 

Vermeintlich sichere Anlagen wie Sparbücher oder Tagesgeld erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. In Zeiten niedriger Zinsen führt dies jedoch zu einem Vermögensverlust, da das Geld jährlich aufgrund der Inflation an Wert verliert. Neu abgeschlossene Sparbücher bringen i.d.R. nicht mehr als 0,1% – also eigentlich gar nichts…Auch beim Tagesgeld sieht es nicht viel besser aus. 

Aktien stellen aus meiner Sicht eine viel bessere Alternative zur Geldanlage dar. Im Folgenden möchte ich daher mit den drei größten Vorurteilen aufräumen, die immer wieder gegen Aktien angebracht werden.

1. Aktien sind zu riskant

Es gibt nur wenig, was der typische Deutsche mehr fürchtet als den Verlust seines gesparten Geldes. Da es in Deutschland – anders als beispielsweise in den USA – keine so ausgeprägte Aktienkultur gibt, sind unerfahrene Anleger oftmals sehr schnell von kleinen Kursrückgängen frustriert und ziehen sich voreilig wieder aus dem Aktienmarkt zurück.

In der Presse oder in den Nachrichten hört man zudem immer nur „Horrornachrichten“: Eine drohende Rezession hier, ein drohender Crash da, ein Gewinneinbruch bei diesem oder jenem Unternehmen usw.

Dass der Kauf von Aktien zu den Geldanlagen mit den höchsten Renditen zählt, hört man (mit wenigen Ausnahmen) nie.

Es stimmt: Einzelaktien sind mit Risiken verbunden. Dass die Kurse fallen und steigen ist bekannt. Vor allem kurzfristig orientierte Anleger können sich hierbei schnell die Finger verbrennen.

Fakt ist aber auch: Für langfristig orientierte Privatanleger – die ein paar einfache Grundsätze beachten (siehe weiter unten) – führt die Investition fast immer zu einer hohen Rendite.

Wer beispielsweise im Zeitraum 1996 bis 2015 in den DAX investiert hatte, konnte in zehn von zwanzig Jahren eine Rendite von jeweils mehr als 20 Prozent pro Jahr einstreichen. Im Durchschnitt lag die Rendite beim DAX trotz des ständigen Auf und Ab bei 8,1 Prozent pro Jahr.

Und schau dir nur mal die Gesamtentwicklung des DAX seit 1959 an…

2. Aktien sind nur etwas für Reiche

Auch das hört man leider öfter… Es besteht ein weit verbreiteter Irrglaube, dass man mit wenig Geld nicht in Aktien investieren kann.

Das galt vielleicht einmal früher, doch heutzutage ist das absolut nicht mehr richtig. Es gab vielleicht mal eine Zeit, in der Aktienkauf mit hohem Aufwand und Gebühren verbunden gewesen ist. Als es noch kein Internet gab, konnten Aktienkäufe lediglich über Banken abgewickelt werden. Mangels Konkurrenz konnten die Banken die Preise bestimmen.

Diese Zeiten sind glücklicherweise lange vorbei. Heutzutage gibt es viele sehr günstige Direktbanken und Online Broker. Zudem können Privatanleger auch über Sparpläne konsequent kleinere Summen in Aktien oder ETFs investieren. Und das ebenfalls zu überschaubaren Gebühren…

3. Um Aktien zu kaufen, muss man Experte sein

Viele haben nicht die Zeit oder die Lust, sich detailliert mit Aktien und Unternehmen zu beschäftigen. Scheidet das der Kauf von Aktien aus?

Nein! Man kann auch in Aktien investieren, wenn man sich nicht täglich drei Stunden damit auseinandersetzt.

Wie? Man schaut sich einfach mal in seinem persönlichen Umfeld um:

  • Wo bestelle ich täglich meine Bücher, Kleidung und den ganzen anderen Kram? Ach ja, bei Amazon.
  • Ach – wie schön doch mein neues IPhone ist…Da scheint Apple ja nicht allzu viel falsch zu machen…
  • Er: „Schatz – was machen wir heute Abend?“ Sie: „Bei Netflix gibt soll es wieder eine neue spannende Serie geben…“

Anstatt einzelne Aktien zu kaufen kann man auch einfach in einen ganzen Aktienindex (z.B. den DAX) investieren. Das geht sehr einfach, schnell und äußerst günstig mit einem ETF.

Der ETF (englisch: Exchange Traded Fund) ist nämlich ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines ganzen Indexes (z.B. den DAX oder den DOW JONES) abbildet. Steigt also der DAX (dieser enthält die 30 größten deutschen Unternehmen) um 5%, so partizipiert man mit dem ETF an dieser Steigerung 1:1 mit.  

Welche Grundsätze sollten Privatanleger beachten

Lege nur Geld an, dass du nicht zum Lebensunterhalt benötigst

Du solltest nur Geld anlegen, das du nicht monatlich für deinen Lebensunterhalt benötigst. Mit Aktien kann man auch kurzfristig hohe Gewinne erzielen. Privatanlegern gelingt es jedoch nur äußerst selten, besser als der Markt zu sein. Zudem können Kurse kurzfristig sinken. Wenn du dann schnell dein Geld benötigst, musst du die Aktien ggf. mit Verlust veräußern.

Streue das Risiko

Setze nicht alles auf eine Karte! Du solltest nicht dein gesamtes Geld in ein Unternehmen investieren. Es ist wichtig, dass du diversifizierst. Der Mix machts!

Viele Einsteiger begehen den Fehler, dass sie gleich ihr gesamtes zur Verfügung stehendes Geld in nur eine Aktie investieren – wie beispielsweise 1996, als viele die Volksaktie Telekom gekauft hatten. Das kann gut gehen, geht aber in den meisten Fällen schief…

Es empfiehlt sich daher – gerade am Anfang – behutsam mit kleineren Beträgen zu starten.

„Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen“

Wenn man nicht Day-Trader von Beruf ist, sollte das Ziel sein, langfristig in erfolgreiche Unternehmen zu investieren und damit an deren Erfolg teilzuhaben.

Viele machen jedoch den Fehler, die Aktien bereits nach einem kleinen Kurszuwachs wieder zu verkaufen. Man freut sich dann, dass man z.B. in einer Woche einen Gewinn von 60 EUR erzielt hat. Schön – die nächste Aktie bitte! Bei Kursverlusten verkaufen sie hingegen nicht und hoffen, ihren Einstandskurs irgendwann wiederzusehen. Nicht selten häufen sich dann hohe Verluste an und sog. „Depotleichen“ entstehen…

Mache dir bewusst, dass Verluste zum Aktienhandel dazugehören. Lieber eine schlechte Aktie verkaufen und das Geld wieder in eine gute Aktie investieren – ganz nach dem Motto:

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende 🙂

Fazit

Wer in Aktien investiert, sollte mittel- bis langfristig denken. Denn langfristig führt die Investition in Aktien fast immer zu einer überproportionalen Rendite.

Wem ein Direktinvestment zu riskant ist, der kann auch auf einen Aktienfonds setzen. Hier bieten ETFs die ideale Anlageform für Privatpersonen.

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