Aktien kaufen, liegen lassen und jedes Jahr mehr abkassieren. Das klingt zu gut um wahr zu sein.

Die Zinsen sind und bleiben mittelfristig sehr niedrig. Anleger suchen daher nach Alternativen bei der Geldanlage. Dividendenwerte werden somit bei Privatanlegern immer beliebter. Denn gerade die Investition in Dividendenwerte stellt eine sehr gute Anlagestrategie dar, um langfristig Vermögen aufzubauen.

Für uns Privatanleger ist es nicht möglich, dauerhaft besser zu sein als der Markt. Dies liegt daran, dass wir Aktienkäufe nicht berufsmäßig betreiben und es uns daher nicht gelingen wird, den richtigen Kauf- bzw. Verkaufszeitpunkt zu treffen. Gerade heutzutage sind Informationen zum allgemeinen Aktienmarkt, zur politischen Lage sowie zu Einzelwerten in Echtzeit verfügbar. Wer nicht 24/7 die Märkte und die Nachrichten im Auge behält, wird somit immer hinterherlaufen.

Das ist jedoch nicht schlimm, da wir Privatanleger mit der richtigen Strategie dennoch vom Aktienmarkt profitieren und ein Vermögen mit kontinuierlichen Erträgen aufbauen können.

Wem es gelingt, sich von kurzfristigen Entwicklungen loszureißen und wer bereit ist, sein Geld langfristig anzulegen, kann nicht nur ruhig schlafen. Er kann insbesondere auch dabei zuschauen, wie sich sein Geld stetig vermehrt. Dann langfristig betrachtet hat die Investition in Aktien oder ETFs immer zu einer ordentlichen Rendite geführt und wird dies sicherlich auch zukünftig tun.

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Die Vorteile der Dividendenstrategie im Überblick

Die Rendite, die man mit Aktien erzielen kann, setzt sich im Wesentlichen aus den Kursgewinnen (also steigenden Aktienkursen im Zeitablauf) und den Dividendenzahlungen (Gewinnausschüttungen der Unternehmen an die Aktionäre) zusammen. Dementsprechend können Privatanleger unterschiedliche Anlagestrategien verfolgen.

Besonders beliebt ist hierbei die Dividendenstrategie, da sie für Privatanleger viele Vorteile bietet.

Wachstumsaussichten

Wer langfristig an der Börse investiert, konnte in den vergangenen 100 Jahren eine durchschnittliche Jahresrendite von knapp 8% erzielen. Diese Rendite lässt sich regelmäßig mit kaum einer anderen Anlageform erzielen.

Unternehmen, die keine Dividende ausschütten, verzeichnen oftmals höhere Kurszuwächse. Aber auch die Kurse von Dividendenwerten steigen stetig, sofern das Unternehmen wirtschaftlich und profitabel arbeitet.

Auch wenn es bei Aktien kurzfristig immer zu fallenden Kursen kommen kann und kommen wird, ist aufgrund der Erfahrungswerte der Vergangenheit nicht damit zu rechnen, dass die durchschnittliche Renditeerwartung langfristig abnimmt. Somit kann man sicher davon ausgehen, dass sich auch die Nachfrage nach Dividendenaktien weiterhin erhöhen wird und deren Kurse steigen.

Finanzielle Stabilität

Unternehmen, die Dividenden zahlen, müssen Gewinne erwirtschaften. Wer am Ende des Tages nichts erwirtschaftet, kann i.d.R. auch nichts an die Anteilseigner verteilen! Tendenziell befindet sich ein Unternehmen, das sich eine höhere Dividende leisten kann, in einer relativ starken Finanzlage.

Sicherlich sollte man jedoch nicht ausschließlich auf die Dividende schauen. Sie ist lediglich eine Kennziffer von vielen. So ist es beispielsweise möglich, dass ein Unternehmen eine Dividendenrendite von 5% und ein anderes von nur 2% bietet. Entscheidend ist jedoch auch die Ausschüttungsquote. Wenn also das erste Unternehmen 100% des erwirtschafteten Gewinns ausschüttet, das andere Unternehmen hingegen nur 20% und die übrigen 80% reinvestiert, so erhalten die o.g. Dividendenrenditen eine völlig andere Aussagekraft. Mehr dazu weiter unten.

Weniger anfällig für Krisenzeiten

In Zeiten von höherer Unsicherheit in der Weltwirtschaft könnten Dividendenwerte immer beliebter werden. Auch wenn die Aktienindizes seit Januar wieder ordentlich geklettert sind, gibt es nicht wenige, die eine Rezession oder zumindest eine sich abschwächende Konjunktur prophezeien. Anzeichen dafür gibt es einige: Die von den USA veröffentlichten Wirtschaftsdaten waren in letzter Zeit eher enttäuschend. Ebenso sehen wir, dass die chinesische Wirtschaft nicht mehr so stark wächst wie erhofft. Auch der sich wieder verschärfende Handelskonflikt zwischen den USA und China bedroht kurzfristig die Märkte.

Bei Dividendenaktien handelt es sich oftmals um stabilere und etablierte Qualitätsunternehmen mit großen Wettbewerbsvorteilen und soliden Bilanzen. Schwächelt die Konjunktur und damit verbunden der Aktienmarkt, greifen Investoren gerne zu Dividendentiteln.

Wie bereits oben erwähnt setzt sich die Gesamtrendite bei Aktien immer aus dem Kursgewinn und der Dividende zusammen. Steigen die Kurse weniger stark bzw. fallen sie in Krisenzeiten, so bleibt den Anlegern dennoch die Dividende und sorgt damit für einen stetigen Cashflow.

Zugegeben: Wenn es den Unternehmen schlecht geht und sie weniger Gewinne erwirtschaften, können sich selbstverständlich auch weniger an die Aktionäre ausschütten. Allerdings ist ebenfalls festzustellen, dass die Dividenden weniger stark schwanken als die Kurse. Nicht umsonst gibt es sog. Dividendenaristokraten, die seit mehr als 25 Jahren ihre Dividende kontinuierlich steigern…

Kontinuierlicher Cashflow

Ich selbst habe einige Dividendenaktien im Depot und freue mich regelmäßig, wenn die Dividende ausgeschüttet wird und ich zusätzliches Cash auf dem Konto habe.

Es kann sehr motivierend sein, wenn man regelmäßig Dividendeneinkommen erzielt. Einige Blogger berichten regelmäßig von ihrem Weg hin zur finanziellen Freiheit mit Dividendeneinkommen. Über die Jahre haben sie gezielt in Dividendenwerte investiert und können nun von vierstelligen Ausschüttungen monatlich profitieren.

Deutsche Unternehmen schütten zwar nur einmal jährlich aus. In den USA beispielsweise ist es hingegen durchaus üblich, dass die Unternehmen quartalsweise die Gewinne an die Aktionäre ausschütten. Wer ausschließlich Dividenden im Blick hat kann auch zu Werten greifen, die monatlich ausschütten.

So kann man bereits mit wenigen Aktien ein Portfolio aufbauen, bei dem man jeden Monat Dividenden ausgezahlt bekommt.

Zwei Blogs zu diesem Thema finde ich persönlich besonders schön: Divantis und KapitalFarm.

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Dividenden- vs. Dividendenwachstumsstrategie

Dividende gut, alles gut!

Das könnte man meinen…Ausschließlich auf die Dividendenrendite zu schauen ist jedoch nicht sinnvoll. Die Dividendenrendite berechnet sich wie folgt:

Dividendenrendite = Dividende / Aktienkurs

Natürlich ist eine hohe Dividendenrendite grundsätzlich schön. Man erhält eine hohe Auszahlung und bezahlt für die entsprechende Aktien vergleichsweise wenig. Allerdings sollte man immer schauen, warum die Aktie so günstig bewertet ist. Drohen beispielsweise massive Gewinneinbrüche, hilft mir eine aktuell hohe Dividendenrendite sicherlich wenig…

Des Weiteren ist es ratsam zu prüfen, ob das Unternehmen auch genug Gewinn erwirtschaftet, um die hohe Ausschüttung zu tätigen oder ob das Unternehmen ggf. sogar Schulden aufnimmt, nur um seine Aktionäre zu befriedigen.

Aus meiner Sicht sollte man sich daher bei der Aktienauswahl auf diejenigen Unternehmen konzentrieren, die das größte Potenzial bieten, ihre Auszahlungen in der Zukunft regelmäßig zu erhöhen.

Es wäre also besser, sich weniger auf die aktuelle Dividendenrendite eines Unternehmens zu fokussieren, sondern vielmehr auf dessen Ausschüttungsquote und die Wachstumsaussichten zu schauen. Kurzum: Besser in Dividendenwachstumsaktien investieren.

Was sind Dividendenwachstumswerte?

Bei Dividendenwachstumsaktien gelingt es dem jeweiligen Unternehmen, regelmäßig seine Dividende zu erhöhen. Obwohl es keine offizielle Definition dafür gibt, was ein Unternehmen als Dividendenwachstumswert qualifiziert, gilt als Faustregel, dass es die Ausschüttung mindestens einmal pro Kalenderjahr über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren Jahren erhöht haben sollte.

Kategorien von Dividendenwachstumswerten

Investoren haben spezielle Bezeichnungen für Unternehmen mit einer langen Tradition der jährlichen Dividendenerhöhung vergeben:

  • Dividend Challengers: Aktien, die ihre Dividenden zwischen fünf und neun Jahren in Folge erhöht haben
  • Dividend Contenders: Aktien, die ihre Dividenden zwischen 10 und 24 Jahren erhöht haben
  • Dividen-Champions: Aktien, die ihre Dividenden seit mehr als 25 Jahren in Folge erhöht haben
  • Dividende Aristokraten: Ähnlich wie Dividenden-Champions, die ihre Dividenden 25 Jahre lang in Folge erhöht haben. Um jedoch ein Aristokrat zu sein, muss das Unternehmen dazu noch in den S&P 500 aufgenommen werden.
  • Dividend Kings: Unternehmen, die ihre Dividende seit mindestens 50 Jahren in Folge erhöht haben.
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Worauf sollte man bei der Suche nach Dividendenwachstumsaktien achten?

Aus meiner Sicht weisen gute Dividendenwachstumswerte die folgenden Eigenschaften auf:

1. Ausschüttungsquote

Die Ausschüttungsquote gibt an, welcher Teil des Gewinns tatsächlich an die Aktionäre ausgeschüttet wird und welcher Teil im Unternehmen für Investitionen verbleibt.

Beträgt der erwirtschaftete Gewinn beispielsweise 10 Millionen € und schüttet das Unternehmen die Hälfte dieses Betrages aus, beträgt die Ausschüttungsquote 50 %.

Dividendenwachstumswerte zeichnen sich dadurch aus, dass sie lediglich einen Teil der Gewinne ausschütten und den verbleibenden Teil für Investitionen in Infrastruktur, IT, Fabriken, Betriebsmittel oder Ähnliches investieren.

Daher achte ich bei der Aktienauswahl darauf, dass die Ausschüttungsquote zwischen 25 und 50 % liegt. Somit ist sichergestellt, dass ich zum einen eine akzeptable Dividende erhalte, zum anderen das Unternehmen genügend liquide Mittel behält, um weiter zu wachsen.

2. Solide Finanzlage

Mir ist wichtig, dass die Unternehmen, in die ich investiere, auch in Krisenzeiten gut aufgestellt sind. Daher schaue ich unter anderem auf die Eigenkapitalquote. Diese gibt Aufschluss darüber, wie hoch das Eigenkapital im Verhältnis zum Gesamtkapital ist.

Hier gilt: Je höher desto besser. Steigen beispielsweise die Zinsen, so wird es für Unternehmen mit einem hohen Anteil an Fremdkapital schwerer, sich zu refinanzieren – die Kredite werden teurer und der Gewinn schrumpft. Gerät die Wirtschaft in eine schwierige Phase, so ist es für Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote leichter, unbeschadet durch die Krisenzeiten zu kommen.

Die Eigenkapitalquote sollte daher mindestens 30 % betragen.

3. Gewinnwachstum

Unternehmen können nur dann steigende Dividenden auszahlen, wenn sie entweder

  • ihre Ausschüttungsquote erhöhen oder
  • dauerhaft ihre Gewinne steigern.

Es ist offensichtlich, dass die zweite Alternative zu bevorzugen ist. Die Steigerung der Ausschüttungsquote ist auf eine Erhöhung auf 100 % begrenzt.

Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, dass das Unternehmen ein überzeugendes Geschäftsmodell aufweist und langfristig steigende Gewinne erwirtschaften kann.

4. Dividendensteigerung seit mindestens 10 Jahren

Bei der Dividendenwachstumsstrategie geht es schließlich darum Unternehmen zu finden, die jedes Jahr die Dividendenzahlungen an die Aktionäre erhöhen.

Bei der Auswahl sollte somit nicht nur darauf geachtet werden, dass das Unternehmen jedes Jahr die Gewinne gesteigert hat. Entscheidend ist auch, dass diese Steigerungsraten auch bei den Aktionären in Form einer steigenden Dividende angekommen sind.

Unternehmen, die über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren die Dividende gesteigert haben, konnten somit bereits beweisen, dass Dividendensteigerungen zur Unternehmensphilosophie dazugehören. Dies kann als starkes Indiz dafür gesehen werden, dass die Dividende auch in den kommenden Jahren stetig wachsten wird.

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Beispiele für Dividendenwachstumswerte

In der folgenden Tabelle habe ich drei – aus meiner Sicht – starke Dividendenwachstumswerte aufgelistet. Selbstverständlich gibt es sehr viel mehr.

Falls du ebenfalls einen interessanten Titel in deinem Depot oder auf deiner Watchlist hast, freue ich mich über einen Kommentar am Ende des Beitrages.

UnternehmenAusschüttungsquoteEigenkapitalquoteDividendenrenditeSteigerung seit
Microsoft40%32%2,25%14 Jahren
KDDI41%65%3,8%16 Jahren
Hormel Foods46%70%1,9%53 Jahre

Fazit

Die Dividendenwachstumsstrategie ist aus meiner Sicht eine risikoarme Strategie. Investiert wird in etablierte Unternehmen, die dennoch großes Wachstumspotential haben. Die Strategie berücksichtigt daher beides: Kurswachstum und Dividendenzahlungen.

Allerdings gilt – wie immer – dass niemand die Aktienkurse und die Wertentwicklung in Zukunft sicher vorhersagen kann. Daher sollte man nur in Unternehmen investieren, an deren wirtschaftlichen Erfolg man auch selbst glaubt und breit diversifizieren, um das Risiko zu streuen.

Hinweis

Dieser Beitrag stellt nur meine persönliche Meinung und Strategie dar. Es handelt sich nicht um eine Kaufempfehlung oder Anlageberatung. Aktienkäufe sind immer mit Risiken verbunden, die u.U. auch zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Bei der Auswahl von Aktien solltest du dir daher immer eine eigene Meinung bilden.

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