Warren Buffett wird zurecht als einer der größten Investoren aller Zeiten bezeichnet. Mit seinem Unternehmen Berkshire Hathaway Inc. rennt er von Rekord zu Rekord.

Berkshire Hathaway Inc. ist eine US-amerikanische Holdinggesellschaft. Es werden Beteiligungen an über 80 Firmen aus verschiedensten Geschäftsfeldern gehalten, darunter Erst- und Rückversicherung, Schienengüterverkehr, Energieversorgung, Finanzdienstleistungen, produzierendes Gewerbe sowie Groß- und Einzelhandel. Berkshire gehört zu den 20 größten Unternehmen der USA.

Berkshire Hathaway entstand 1955 aus der Fusion der beiden Textilfirmen Berkshire Fine Spinning und Hathaway Manufacturing. Warren Buffett erwarb in den 1960er Jahren ca. ein Drittel der Aktien des Unternehmens. Seitdem nutzt Buffett die Gewinne des Unternehmens, um größere Aktienpakete an anderen Unternehmen zu erwerben.

Buffett wurde u.a. aufgrund seines Value Ansatzes so bekannt und erfolgreich. Er investierte nämlich ausschließlich in Unternehmen, die gegenüber ihren Konkurrenten entscheidende Wettbewerbsvorteile haben und damit langfristig besonders hohe Rendite versprechen. Unternehmensgewinn und Aktienkurs wuchsen seitdem im Durchschnitt um knapp 20 % jährlich, mehr als doppelt so stark wie der Leitindex S&P 500.

Anders als viele Hedgefonds oder Private-Equity-Unternehmen agiert Berkshire jedoch eher als „stiller Gesellschafter“. In das operative Geschäft der einzelnen Tochtergesellschaften wird nicht eingegriffen. Berkshire ist somit vergleichbar mit einen ETF.

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In 2019 eher enttäuschend

Auch Warren Buffett kann mal falsch liegen. Dies zeigte kürzlich der Einbruch des Kurses von Kraft Heinz – einer der größten Positionen von Berkshire Hathaway.

Hinzukommt, dass Warren Buffett 89 Jahre alt ist. Ohne an der Legende kratzen zu wollen (wer bin ich, dass ich mir so etwas anmaßen könnte), mehren sich die kritischen Stimmen zum Ende seiner Ära.

Schaut man sich ganz nüchtern den Aktienkurs von Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) seit Jahresbeginn an, muss man feststellen, dass dieser gerade mal um 0,5% gestiegen ist.

Der Vergleichsindex S&P 500 konnte hingegen im gleichen Zeitraum zweistellig um 12,7% zulegen.

Alles schlecht?

Sicher nicht. Einige von Buffetts Investitionen haben deutlich besser abgeschnitten. Drei dieser Werte im Portfolio von Berkshire sind Amazon, Apple und Mastercard.

Amazon

Ich hatte mich sehr gefreut zu hören, dass Buffett nun ebefalls Aktien von Amazon gekauft hat – bestätigt dies doch meine Meinung, dass man als Anleger an diesem Wachstumswert nicht vorbeikommt.

Die Aktien von Amazon sind in diesem Jahr bisher um fast 25 % gestiegen. Hinzukommen die nahezu unendlich erscheinenden Wachstumsmöglichkeiten des Unternehmens.

Viele denken bei Amazon an Online-Shopping. Das ist sicherlich weiterhin eine wichtige Einnahmequelle für den Konzern. Der eigentliche Gewinntreiber von Amazon ist jedoch das Cloud-Services-Geschäft, Amazon Web Services (AWS).

Aufrund der Größe und der unglaublich guten Marktpositionierung kann Amazon auch in Zukunft weitere Geschäftsfelder erschließen und sollte in der Lage sein, in kurzer Zeit etablierten Platzhirschen das Leben schwer zu machen.

Amazon erzielt bei mir einen Score von 9 (Stand 26.05.2019):

KennzahlWertScore
Eigenkapitalquote15,45%1
Eigenkapitalrentabilität21,56%0
Gewinnwachstum 3 Jahre507,89%2
Gewinnwachstum 3 Jahre erw.51,92%2
Shareholder Value54,67%2
Fairer Wert-30,82%2
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Apple

Bei Apple ist Buffett seit längerem investiert. Er schätzt das Unternehmen sogar so sehr, dass Apple die größte Einzelbeteiligung im Portfolio von Berkshire ausmacht.

Auch bei Apple ist der Kurs seit Jahresbeginn zeitweise um knapp 25 % gestiegen. In den letzten Wochen hat die Aktie jedoch etwas davon eingebüßt. Das Kurswachstum beträgt nunmehr knapp 14% seit Jahresbeginn.

Einige Investoren meiden derzeit die Apple Aktie. Begründet wird dies mit dem Rückgang der iPhone-Verkäufe. Ich halte das jedoch für kurzsichtig. Die Umstellung auf Hochgeschwindigkeits-5G-Netze sollte Apple einen großen Schub geben. Apple plant schließlich ein 5G-fähiges iPhones im kommenden Jahr auf den Markt zu bringen. Außerdem wachsen die Umsätze im Bereich Services bei Apple so schnell, dass das Unternehmen weniger abhängig vom Verkauf des iPhones ist als früher.

Die Zuspitzung im Handelsstreit zwischen den USA und China stellt anderseits auch ein Risiko für Apple dar, was sich teilweise im Kursrückgang der letzten Wochen schon zeigt.

Langfristig gesehen sind die Fundamentaldaten bei Apple jedoch solide, so dass auch kurzfristige Rückgänge aufgrund neuer Trump Tweets zu verschmerzen sein sollten.

Apple erzielt bei mir einen Score von 8 (Stand 29.05.2019):

KennzahlWertScore
Eigenkapitalquote38,881
Eigenkapitalrentabilität42,42%2
Gewinnwachstum 3 Jahre9,78%1
Gewinnwachstum 3 Jahre erw.6,19%1
Shareholder Value28,87%2
Fairer Wert-7,34%1
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Mastercard

Mastercard ist sicherlich nicht die größte Position bei Berkshire. Allerdings wäre dessen Performance besser gewesen, hätte man mehr Anteile an Mastercard – konnte das Unternehmen in den letzten fünf Jahren mehr als das Dreifache zulegen. Die Aktien von Mastercard sind im bisherigen Jahresverlauf um 33 % gestiegen.

Buffett liebt Unternehmen, die leicht zu verstehen sind. Damit kann Mastercard sicherlich dienen. Das Unternehmen verdient sein Geld überwiegend aus

  • Gebühren für die Verarbeitung von Kreditkartentransaktionen,
  • Gebühren, die an Kreditkartenemittenten und Partnerbanken entrichtet werden und
  • aus Dienstleistungen zur Währungsumrechnung.

Mastercard bietet enorme Chancen bei überschaubarem Risiko. Bargeldloses Bezahlen ist ein Megatrend. Kreditkarten und andere Formen der elektronischen Zahlung sind so bequem, dass viele Kunden und Unternehmen sie lieber als Cash haben. Als zweitgrößtes Kreditkartenunternehmen der Welt ist Mastercard bereit, von diesem scheinbar unaufhaltsamen Trend zu profitieren.

Mastercard kommt auf einen beeindruckenden Score von 10 (Stand 29.05.2019):

KennzahlWertScore
Eigenkapitalquote26,20%0
Eigenkapitalrentabilität82,82%2
Gewinnwachstum 3 Jahre22,63%2
Gewinnwachstum 3 Jahre erw.30,08%2
Shareholder Value54,21%2
Fairer Wert-16,34%2

Fazit

Amazon, Apple und Mastercard sind wunderbare Unternehmen. Sie werden gut geführt und bieten großartige Produkte und Dienstleistungen an.

Alle drei Unternehmen haben nach meiner Einschätzung eine rosige Zukunft vor sich. Zudem verfügen sie jeweils über sog. Burggräben, die Buffett so liebt.

Ferner können alle drei Aktien jetzt schon zu fairen Preisen gekauft werden. Ihre Aktienkurse werden weiterhin steigen, weil jedes dieser Unternehmen über enorme Wachstumschancen verfügt.

Es gibt einen Grund, warum Amazon, Apple und Mastercard zu den besten Aktien im Portfolio von Berkshire Hathaway gehören. Diese Buffett-Aktien dürften noch lange Zeit Gewinner sein.

Hinweis

Dieser Beitrag sowie das vorgestellte Scoring Modell stellt nur meine persönliche Meinung und Strategie dar. Es handelt sich nicht um eine Kaufempfehlung oder Anlageberatung. Aktienkäufe sind immer mit Risiken verbunden, die u.U. auch zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Bei der Auswahl von Aktien solltest du dir daher immer eine eigene Meinung bilden.

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