Finanzzauber: Hallo Rolf, ich freue mich sehr, dass du uns heute deine persönliche Finanzgeschichte erzählst. Ich bin sehr gespannt 🙂 Bitte stelle dich den Lesern zunächst kurz vor.

Rolf: Ich heiße Rolf, bin 43 Jahre, Familienvater und Asienwissenschaftler. Geboren und aufgewachsen bin ich in Mannheim. Direkt nach der Schule habe ich dort auch erstmal Krankenpflege gelernt und etwas in diesem Beruf gearbeitet. Eigentlich ein wirklich toller Beruf, nur leider wurden die Arbeitsbedingungen dort mit den Jahren immer schlechter.

Im Anschluss habe ich Buddhismuskunde/Tibetologie in Neu Delhi und Wien studiert. Derzeit arbeite ich als Wissenschaftlicher Koordinator eines Großprojektes an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, war aber zwischenzeitlich auch als Professurvertreter an der Universität Leipzig tätig. In dem Projekt beschäftigen wir uns mit der Frage, wie unterschiedliche Kulturen mit der Ungewissheit der Zukunft umgegangen sind bzw. umgehen. Prognosen spielen dabei eine große Rolle. Daran liegt es vielleicht auch, dass ich einfach generell wenig Vertrauen in Prognosen habe, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen.

Finanzzauber: Wie lautet dein Blog / deine Seite und worum geht es?

Rolf: Den Blog habe ich ETF-Yogi genannt. Zunächst einmal natürlich, weil es dabei um Exchange Traded Funds, also ETFs, geht. Natürlich gibt es schon zahlreiche Blogs zu diesem Thema. Die allermeisten davon sind auch richtig gut und interessant.

Mir fiel aber auf, dass die empfohlenen Anlagephilosophien sich doch sehr ähneln. Da wird quasi immer dasselbe empfohlen. Im Prinzip ist das okay. Es gibt jedoch auch alternative Ansätze, die durchaus ihre Berechtigung haben und die interessieren mich.

Gerade beim Thema Reichtum gehen mir viele Blogs auch nicht weit genug, da sie das lediglich auf die materielle Ebene beschränken. Das reicht aber nicht. Die Psyche ist für mich beim Thema Reichtum genauso wichtig wie auch überhaupt bei der Geldanlage. Unser größter Feind lauert nicht irgendwo da draußen an der Börse oder im Büro eines zwielichtigen Beraters, sondern bei uns Zuhause. Nein, es ist (zumindest in der Regel) nicht der eigene Partner, sondern wir selbst. Es sind unsere Unkenntnis, unsere Gier, unsere Angst sowie die Palette von anderen Emotionen, die dafür sorgt, dass wir Anlagefehler machen. Davon einmal abgesehen: solange uns Geiz und Gier antreiben, können wir uns auch gar nicht reich fühlen.

Die Verwendung des Begriffes Yogi bringt das zum Teil zum Ausdruck. Er weist daraufhin, dass es hier auch um den Geist gehen soll, hat aber natürlich eine weitere Bedeutung. Ein Yogi ist ein Übender, der sich bemüht, Meisterschaft zu erlangen.

So geht es mir mit dem Blog auch. Ich möchte dadurch ständig dazulernen und meine Kenntnisse verbessern. Bisher gelingt das ganz gut und die vielen tollen Fragen von Lesern, die ich erhalte, helfen dabei sehr. 

Finanzzauber: Seit wann beschäftigst du dich mit den Themen Geldanlage und Finanzen? Und wie bist du dazu gekommen? Als Krankenpfleger und Student der Buddhismuskunde/Tibetologie hat man mit diesem Thema üblicherweise eher wenig zu tun, oder?

Rolf: Eigentlich seit der Schulzeit. Ich war zwar in einem eher alternativen Umfeld unterwegs, hatte aber durch einige Freunde auch durchaus Einblicke in die Finanzwelt. Beim Allgemeinen Wirtschaftsdienst (AWD) habe ich einige Schulungen für Berater mitgemacht. Ein Jugendfreund hatte mich da angeworben. Natürlich wurde erwartet, dass ich da zunächst mein eigenes Umfeld bearbeite und als Kunden erschließe. Das war nichts für mich und ich hörte auf.

Direkt nach der Schule studierte ich dann auch noch ein Semester BWL in Mannheim, aber das gefiel mir nicht besonders. Für Geldanlage habe ich mich in der Folge trotzdem weiterhin interessiert und habe lange einen Immobilienfonds bespart, den ich mir selbst beim AWD vermittelt hatte. Das war dank hoher Gebühren nicht gerade das beste Investment, aber zumindest habe ich keinen wirklichen Verlust gemacht. Nachdem die Bank bei unserer Eigentumswohnung vor 2 Jahren endlich ausbezahlt war, gab es dann auch wieder Mittel für die Geldanlage und ETFs waren für mich das logische Vehikel.

Finanzzauber: Wie und worin investierst du (auch wenn ich mir die Antwort eigentlich denken kann…:-)?

Rolf: Ich könnte es mir leicht machen und jetzt einfach „ETFs“ sagen. Jemand, der selbst auf Einzelaktien setzt, wird sich wohl kaum darüber wundern, dass ich 10 Positionen mit Aktienwerten im Portfolio habe. Dabei handelt es sich aber ausschließlich um ETFs. Viele Anhänger der Geldanlage mit ETFs bevorzugen ja das KISS-Prinzip bzw. Keep it Stupid Simple und raten zu 1, 2 oder maximal 3 ETFs.

Ganz so simpel ist mein Portfolio natürlich nicht, benötigt aber auch keinen riesigen Aufwand. Es folgt eher dem Ansatz des Slice and Dice. Das heißt, die individuellen ETFs sind auf bestimmte Assetklassen und Regionen verteilt, die ich übergewichten möchte, weil ich mir davon eine bessere Rendite erhoffe.

Ich übergewichte hier vor allem Small Caps und Value, insbesondere Small Cap Value. Selbst wenn das gegenüber einem marktgewichteten Ansatz langfristig nur ein halbes Prozent mehr an Rendite bringen sollte, wäre ich zufrieden. Bei einer angenommen Anlagedauer, die bei mir und meiner Frau noch locker 40+ Jahre betragen kann, würde auch ein halbes Prozent jährlich mit der Zeit einen Unterschied von mehreren Millionen machen.

Finanzzauber: Das klingt interessant. Kannst du mir mehr zu deiner Strategie erzählen, die du beim investieren verfolgst ?

Rolf: Zum einen halte ich es mit der Devise, dass ich nicht das spare, was nach den Ausgaben am Ende des Monats auf dem Konto verbleibt, sondern ausgebe, was am Ende des Monats nach dem Sparen übrig bleibt.

Prinzipiell gehe ich beim Investieren davon aus, dass ich die Zukunft nicht vorhersagen kann und mich daher eher auf eine regelbasierte Strategie stützen muss. Da ich davon ausgehe, dass sich Märkte langfristig nach oben bewegen, habe ich mich entschieden eine Buy and Hold-Anlagestrategie zu verfolgen, bei der ich auf große Diversifikation mit Hilfe von Index-ETFs setze. Auch wenn es steuerlich geringe Nachteile bringt, setze ich dabei auf ausschüttende ETFs, wobei ich aber keine reine Dividenden-Strategie verfolge.

Mir geht es dabei einfach darum, den psychologischen Vorteil für mich zu nutzen, den stetig wachsende Ausschüttungen mit sich bringen. Meiner Meinung nach ist das einfach ein gutes Hilfsmittel, das einem zusätzlich Schutz bietet, im Bärenmarkt nicht panisch seine ETFs zu verkaufen. Auch wenn die Werte vorübergehend im Keller sind, erhält man seine regelmäßigen Ausschüttungen. Bewahrt einen diese emotionale Bindung davor, einen groben Fehler zu begehen und seine Anteile in einem ungünstigen Moment zu veräußern, dann wiegt das den finanziellen Nachteil, der durch die etwa schlechtere steuerliche Stellung besteht leicht wieder auf.

Finanzzauber: Hast du Ziele? Wenn ja, welche?

Rolf: Mittelfristig geht es mir darum, durch die ausschüttenden ETFs einen Cashflow von ca. 1.000 EUR monatlich zu generieren, also quasi ein eigenes bedingungsloses Grundeinkommen.

Da meine Generation sich in der Wissenschaft immer von einer befristeten Stelle auf die nächste hangelt, möchte ich so einen Puffer erzeugen, für den Fall, dass es einmal nicht weitergeht. Langfristig soll das natürlich meiner Frau oder mir ermöglichen, notfalls früher aus dem Berufsleben auszusteigen oder Stunden zu reduzieren. Da wir aber beide Berufe haben, die uns Spaß machen, ist das aktuell noch kein Thema.

Konkrete Ziele wie das Erreichen einer Million habe ich nicht. Diesen Betrag halte ich ohnehin für eine Illusion. Bereits in der Jugend meiner Eltern wollten Menschen Millionäre werden. Berücksichtigt man die Inflation, ist ein Millionär heute und damals aber etwas ganz anderes. Ein langfristiges Ziel habe ich trotzdem. Ich würde gerne unseren Sohn dafür begeistern, die Geldanlage fortzusetzen und dies auch an seine Kinder weiterzugeben. In meiner Fantasie male ich mir schon aus, was der Zinseszins-Effekt bewirken kann, wenn er über mehrere Generationen zum Tragen kommt.

Finanzzauber: Lass uns jetzt einmal konkret einsteigen. Wie setzt sich dein Portfolio prozentual zusammen?

Rolf: Die 10 Aktien-ETFs sind, bis auf die Small Cap Value, alle gleichgewichtet. Leider gibt es in Deutschland keine ausschüttenden Small Cap Value ETFs und ich musste daher auf Small Cap Dividend ETFs zurückgreifen.

Die SmallCap Dividend ETFs sind jeweils doppelt gewichtet und machen damit fast die Hälfte des Portfolios aus. Auch wenn diese Aktienklasse kurzfristig recht volatil ist, sehe ich da langfristig kein großes Risiko und erwarte eine gute Rendite. Insgesamt sieht das Portfolio so aus:

ETFs Gewichtung
SCV USA: WisdomTree US SmallCap Dividend 15,38%/200,- mtl.
SCV Europe: WisdomTree Europe SmallCap Div. 15,38%/200,-mtl.
SCV EM: WisdomTree Emerging Markets SmallCap Div. 15,38%/200,-mtl.
SC(V) entw. Asien: iShares MSCI Japan Small Cap 7,69%/100,-mtl.
LCV USA: UBS Factor MSCI USA Prime Value 7,69%/100,-mtl.
LCV EU: UBSFactor MSCI EMU Prime Value 7,69%/100,-mtl.
LCV Asien-Pazifik: SPDR S&P Pan Asia Div. Aristocrats 7,69%/100,-mtl.
LCB World: Vanguard FTSE All-World 7,69%/100,-mtl.
LCB EM: Vanguard FTSE Emerging Markets 7,69%/100,-mtl.
Int. REITS: iShares Developed Markets Property Yield 7,69%/100,-mtl.

Es gibt aber auch noch ein paar Altlasten an Einzelaktien und ETFs. Diese werde ich nach und nach auflösen, wenn der Zeitpunkt günstig ist und fürs Rebalancing verwenden.

Ebenso habe ich vor Kurzem nun doch begonnen, meinen ersten Anleihen-ETF zu besparen. Es war einfach monatlich noch etwas Geld übrig. Dabei handelt es sich aber um einen ETF auf Staatsanleihen der Entwicklungsländer. Vom Risiko her ist das eher ein aktienähnliches Investment. Ich verspreche mir dadurch dennoch einen zusätzlichen Diversifikationsfaktor.

Finanzzauber: ETF Yogi – du machst deinem Namen wahrlich alle Ehre:-). Neben den ETFs: Wie stehst du zu Investitionen in andere Anlageklassen?

Rolf: Einzelaktien kann man machen, solange man viele davon hält und auf eine gute Diversifikation achtet. Ein ETF ist aber sinnvoller. Er hat statistisch die gleiche durchschnittlich zu erwartende Rendite, aber ein viel geringeres Risiko. Während ein Totalausfall eines ETF eher unwahrscheinlich ist, ist das bei einer einzelnen Aktie keine Seltenheit. Wenn man in ETFs mit einer negativen Tracking-Differenz investiert, dann ist eine Anlage in ETFs sogar billiger, als eine Anlage in Einzelaktien.

Aktiv gemanagten Fonds: Warum sollte man so etwas heute noch kaufen? Aktiv gemanagte Fonds haben durchschnittlich nicht nur deutlich höhere Gebühren als ETFs, sondern auch eine schlechtere Performance. 

P2P-Kredite sind nicht mein Ding. Wenn, dann würde ich das nur mit einem geringen Prozentsatz meines Kapitals machen. Es hat ja einen Grund, warum die Leute auf diesem Weg einen Kredit aufnehmen. Die Bank gibt ihnen kein Geld, weil ihr das Risiko zu hoch ist. Warum sollte ich es also tun?

Immobilien sind ein sinnvolles Investment. Leider stellen Einzelimmobilien aber ein großes Klumpenrisiko dar. Mittels REITS-ETFs kann man aber gut in diesen Sektor investieren.

Crowdinvesting kann interessant sein, hängt aber sehr vom Projekt ab. In jedem Fall sollte man da aber immer damit rechnen, dass es zum Totalverlust kommt. Dementsprechend ist das nichts für sicherheitsorientierte Anleger.

Vor Kurzem habe ich wikifolio für mich entdeckt und habe dort ein Trader-Konto eröffnet. Dieses findest Du hier. Es war für mich verlockend, eigene Portfolios zusammenzustellen und zu managen. Damit habe ich mir, zum Beispiel, ein Portfolio mit Aktien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengestellt. Rückblickend war der Zeitpunkt natürlich nicht so günstig. Da ich die Portfolios kurz vor Trumps Tweets zum Handelsstreit zusammengestellt habe, sind sie jetzt alle etwas im Minus. Wikifolio hat aber für Anleger auch echte Nachteile. Wenn ein Portfolio den Status investierbar erhält und es dazu ein Indexzertifikat gibt, finde ich die Kosten einfach zu hoch. Sie ähneln denen von aktiv gemanagten Fonds. Wenn sich kostentechnisch da in Zukunft etwas tut, können solche Ansätze sehr interessant werden. Meiner Meinung nach sollte man auch bei Portfolios mit Hebelprodukten aufpassen. Das kann gewaltig schiefgehen.

Finanzzauber: Was war dein größter Fehler / was dein größter Erfolg beim Investieren?

Rolf: Erstaunlicherweise dürfte der größte Erfolg aktuell unsere kleine Eigentumswohnung sein. Seit 2015 hat sich der Wert fast verdoppelt und wir sparen jetzt ca. 700,- an Mietkosten, die für die Geldanlage zur Verfügung stehen.

Der größte Fehlschlag war aus finanzieller Sicht vermutlich der Kauf der Aktie „REWALK“. Dank mehrerer Kapitalmaßnahmen (inklusive Reverse Split) steht sie jetzt irgendwo bei -70%. Es war für mich aber von Anfang an eine Mischung aus Charity und Investment und somit geht das in Ordnung. Mich beeindruckt die Unternehmensstory nach wie vor. Rewalk stellt Exo-Skelette für Querschnittsgelähmte her, damit diese wieder aufrecht am Leben teilhaben können. Da ich in dem Bereich früher als Krankenpfleger gearbeitet habe, finde ich das toll. Der Gründer ist Arzt und selbst querschnittsgelähmt. Die Firma könnte auch deutlich besser dastehen, wenn man mit der Rüstungsindustrie zusammenarbeiten würde, doch genau das wird konsequent abgelehnt. Trotz der bisherigen Verluste würde ich daher sagen, das Geld war gut investiert. Trotzdem zeigt das einfach, das einzelne Aktien ein nicht unerhebliches Risiko haben.

Finanzzauber: Was würdest du Anfängern bei der Geldanlage raten?

Rolf: Zunächst einmal ganz simpel mit einem sehr breiten ETF anzufangen, der weltweit die Märkte der entwickelten Länder und Entwicklungsländer abdeckt (z.B. auf den FTSE ALL-World) und diesen regelmäßig besparen.

Gleichzeitig sollte man sich unbedingt in die Materie einlesen, z.B. mit Gerd Kommer’s Souverän investieren. Bloß nicht zu Beratern gehen, die mit einer „kostenlosen“ Beratung locken. Kostenlose Beratungen sind nämlich meist gar nicht billig. Du bezahlst sie oft mit teuren Verträgen und versteckten Kosten, die dem Berater hohe Provisionen einbringen.

Finanzzauber: Was würdest du machen, wenn du morgen 100.000 EUR erben würdest?

Rolf: Ein schöner Gedanke. Leider ist da aktuell nichts Konkretes in Aussicht, auch wenn mich ständig Emails erreichen, die mir gleich mehrere Millionen an Erbschaft in Aussicht stellen.

Das wäre für mich aber eine klare Sache. Ich würde das Geld komplett in ein ETF-Portfolio investieren. Allerdings würde ich da aktuell wohl nicht die ganze Summe auf einmal investieren, sondern meine Sparpläne so erhöhen, dass die Summe innerhalb eines Jahres eingezahlt ist. 

Finanzzauber: Welches Buch kannst du meinen Lesern empfehlen und warum?

Rolf: Financial Fitness Forever von Paul Merriman. Es ist zwar für den amerikanischen Markt verfasst worden, aber fast alles ist auf unsere Situation übertragbar. Leider ist Paul Merriman hierzulande noch nicht so sehr bekannt. Er hatte eine Beratungsfirma, ist jetzt aber im Ruhestand und widmet sich ganz der finanziellen Bildung. Mittlerweile geht er auf die 80 zu, betreibt aber weiterhin intensiv einen Blog und Podcast über seine Webseite paulmerriman.com. Die meisten seiner Bücher stellt er dort kostenlos als Downloads zur Verfügung. Kapitel 10 von Financial Fitness Forever kann man dort ebenfalls kostenlos herunterladen. Ich bewundere seine aufrichtige, altruistische Motivation. Er hat ein wirkliches Interesse daran, anderen weiterzuhelfen und schöpft dafür aus seinem großen Erfahrungsreichtum. Mein eigenes Portfolio ist stark von seinen Musterportfolios inspiriert.

Finanzzauber: Was möchtest du den Lesern sonst noch mitteilen?

Rolf: Mindestens in dem Maße, in dem man an seinem materiellen Reichtum arbeitet, sollte man auch die Entwicklung des inneren Reichtums vorantreiben.

Reichtum definiert sich für mich über Zufriedenheit, nämlich mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Wenn man immer nur nach oben schaut auf die, die mehr haben als man selbst, wird man nie zufrieden sein. Es gilt, auch an inneren Qualitäten wie Geistesruhe, Liebe und Mitgefühl zu arbeiten. Sie können mindestens so erfüllend sein, wie der Blick auf ein gut gefülltes Depot. Im Gegensatz dazu unterliegen sie aber nicht so starken Schwankungen wie Aktien. In die Entwicklung von Geistesruhe, Liebe und Mitgefühl zu investieren ist also ein sehr sicheres Investment.

Finanzzauber: Vielen Dank, lieber Rolf, dass du uns deine persönliche Finanzgeschichte erzählt hast. Auch wenn ich selbst lieber in Einzelaktien investiere glaube ich, dass ETFs eine gute Form der Geldanlage darstellen. Ich wünsche dir alles gute und magische Grüße 🙂

Hinweise

Dieser Beitrag stellt nur eine persönliche Meinung und Strategie dar. Es handelt sich nicht um eine Kaufempfehlung oder Anlageberatung.

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7 thoughts

  1. Morgen Oliver,
    spannendes Interview. Die Anlagestrategie mit ETFs klingt sehr verlockend. Ich sehe es aber problematisch, dass die kosten in Zukunft (bei einem größeren Depotwert) doch ins Gewicht fallen könnten. Oder habe ich da einen Denkfehler?

    Gruß,
    Marco

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    1. Hallo Marco,
      Ich nehme mir einfach die Freiheit und antworte selbst. Kosten sind für mich tatsächlich auch ein wichtiges Kriterium (wenn auch nicht das Einzige). Das ist eine gute und wichtige Frage. Die Kosten bei dem Portfolio sind aktuell eigentlich recht übersichtlich.

      Kaufkosten: hierfür fallen jährlich 52,- an und in Prozent sind das momentan 0,33% meiner aktuellen Sparrate. Es handelt sich um pauschale Kaufkosten und keiner der ETFs ist aktuell in einer Gratisaktion. Mittelfristig werden die Kaufkosten also eher nicht mehr steigen, sondern vermutlich sinken (allg. Preiskampf + ggf. zukünftige Gratisaktionen).

      Laufende Kosten der ETFs: die durchschnittliche TER liegt momentan bei 0,40% p.a. Das ist in der Tat nicht niedrig. Allerdings habe ich nach Möglichkeit ETFs ausgewählt, die eine niedrige Tracking-Differenz haben. Diese liegt im Durchschnitt bei 0,20% und damit 0,20% besser als die TER es erwarten lassen würde. Langfristig 0,20% für eine Diversifikation über tausende von Aktien, die gleichzeitig nach Regionen und nach Asset-Allokation gewichtet sind, halte ich für mehr als vertretbar. Für jede 100.000,- € im Portfolio sind das 200,- pro Jahr an laufenden Kosten. Ich sag’s mal so: wer glaubt, dass er selbst ein vergleichbar diversifiziertes Aktienportfolio mit mehreren tausend Aktien in teilweise illiquiden Märkten billiger managt, dürfte sich was vormachen. Die laufenden Kosten sind, meiner Meinung nach, der wichtigste Kostenposten und hier recht in Ordnung, solange man auf die Tracking-Differenz achtet und nicht bloß die TER betrachtet.

      Verkaufskosten: da alle ETFs ausschüttend sind, fallen hier eigentlich keine an. Falls es aber dennoch gebraucht wird, kann ich bei meinem Broker aktuell einen Entsparplan mit pauschal 1,50,- pro Verkauf einrichten. Das dürfte in den nächsten Jahrzehnten aber vermutlich noch billiger werden.

      Nicht verschweigen darf man den steuerlichen Nachteil von ausschüttenden ETFs gegenüber den Thesaurierern (in der Ansparphase). Das nehme ich aber bewusst in Kauf, da ich in ausschüttenden ETFs einen (ausschließlich) psychologischen Vorteil sehe. Die regelmäßig steigenden Ausschüttungen triggern mein Belohnungssystem und helfen mir dabei, im Crash an meinen ETFs festzuhalten und nicht auf dumme Gedanken zu kommen. Die steuerlichen Verluste, die aber erst nach Ausschöpfen des doppelten Freibetrages zum Tragen kommen, nehme ich da gerne in Kauf. (Etwas ausführlicher habe ich das hier beschrieben: https://www.etf-yogi.de/2019/03/03/ausschuttende-etfs-thesaurier/)

      Natürlich könnte man es auch billiger haben und alles in einen ETF stecken, der eine Tracking-Differenz von +/- Null hat. Kosten sind wichtig, aber meiner Meinung nach auch nicht alles. Es ist für mich eine Abwägung zwischen erwarteter Rendite und höheren Kosten. Vergangene Performance ist nicht gleich zukünftige Performance, aber einige Assetklassen schnitten in der Vergangenheit regelmäßig über lange Zeiträume besser ab als andere. Da lohnt es sich meiner Meinung nach, ein paar Basispunkte mehr dafür zu bezahlen. Je nach Assetklasse und meinen sonstigen Auswahlkriterien habe ich trotzdem versucht, jeweils günstige ETFs auszusuchen. In manchen Fällen gab es aber leider keine/kaum Auswahl.

      In einer vierteiligen Artikelserie habe ich das Portfolio ausführlich vorgestellt. Da findest Du mehr Infos: https://www.etf-yogi.de/2019/04/16/mein-portfolio-2019-etf-musterdepot/.

      Gruß,
      Rolf

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      1. Danke für deine Antwort. Gab es nicht eine steuerliche Änderung die thesaurierende und ausschüttende ETFs gleichstellt?

        Ich werde mir die Beiträge mal durchlesen. Ich selbst habe ebenfalls mehrere ETFs in meinem Portfolio, werde aber in Zukunft nur einen Dividenden ETF besparen. Dadurch erhoffe ich mir ein breit diversifiziertes Dividendenportfolio. Des weiteren kaufe ich einzelne Aktien, um mir meinen eigenen ETF zu bauen.

        Gruß,
        Marco

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      2. Klar. Nach der Reform scheint es aber trotzdem noch einen Vorteil für thesaurierende ETFs zu geben. Da die Vorabpauschale nicht sehr hoch ist, gibt es wohl immer noch eine geringe Steuerstundung. Der Vorteil ist jetzt aber deutlich geringer. In einer reinen Dividenden-Strategie mit Dividenden-ETFs sehe ich keinen wirklichen Vorteil, aber das ist ein anderes Thema…

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      3. Persönlich reduziere ich alle meine Einzelaktien und setze nur auf Indexwerte, denn ein breiter Index hat noch nie Konkurs angemeldet. Je länger man ein einzelnes Unternehmen hält, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwann verschwindet. Selbst die Dickschiffe kann es irgendwann erwischen und gerade bei den Small Caps, die mich interessieren, wären Einzelwerte wohl eher riskant. Aber wenn Einzelaktien für Dich der richtige Weg sind und Du Dich damit wohl fühlst, dann mach‘ das. Von einem Mannheimer zum anderen: finde es toll, dass Du so früh und zielstrebig mit dem Investieren anfängst! Respekt!

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