Dividendenstrategien erfreuen sich bei Privatanlegern großer Beliebtheit. Das ist nur allzu verständlich, kann man sich mit regelmäßig wiederkehrenden Ausschüttungen einen zusätzlichen Einkommensstrom aufbauen.

Wer allerdings ausschließlich auf Aktien mit hoher Dividendenrendite setzt, erlebt oftmals eine böse Überraschung. Denn nicht alle Unternehmen, die viel an die Aktionäre ausschütten, bringen langfristig eine hohe Rendite.

Was nützt es, wenn man eine hohe Dividende erhält, der Aktienkurs und damit der Unternehmenswert aber von Jahr zu Jahr immer geringer wird?

Helfen kann hier eine in Deutschland weitestgehend unbekannte Kennzahl – die Chowder Rule. Damit können Privatanleger mit überschaubarem Aufwand gute Dividendenwerte finden.

Worum geht es bei der Chowder Rule?

Bei Chowder handelt es sich um eine Art dickflüssiger Suppe. Diese Anlagestrategie hat damit jedoch nichts zu tun. Vielmehr verdankt die Chowder Rule ihren Namen dem Erfinder dieser Strategie.

Die Chowder Rule versucht, eine gute Dividendenrendite mit regelmäßig steigenden Wachstumsraten zu vereinen. Ziel ist es Aktien zu finden, die einerseits bereits jetzt eine attraktive Dividende zahlen, andererseits aber weiterhin ein ordentliches Wachstum vorweisen, was langfristig zu überproportional steigenden Dividenden führt.

Bei der Chowder Rule wird daher die Dividendenwachstumsrate der letzten fünf Jahre mit der Dividendenrendite addiert. Je höher der Wert, desto interessanter sollte die Aktie für Dividendeninvestoren sein.

Chowder Rule = Dividendenrendite + 5-Jahres-Wachstumsrate der Dividendenzahlungen

Als Daumenregel gilt hierbei Folgendes:

  • Wenn die Dividendenrendite über drei Prozent liegt, muss die Chowder Rule über zwölf liegen.
  • Wenn die Dividendenrendite unter drei Prozent liegt, muss die Chowder Rule über 15 liegen.

Die Chowder Rule bietet somit einige Vorteile für Privatanleger:

  • Verschiedene Dividendenaktien können mit nur einer Kennzahl sehr gut verglichen werden
  • Diese Strategie ist einfach und benötigt nicht viel Zeit und Recherche
  • Sie vereint zwei für Dividendeninvestoren wichtige Faktoren: Die aktuelle Dividendenhöhe sowie die Steigerungsrate

Wie sollte man die Chowder Rule anwenden?

Wie bereits angeführt handelt es sich um eine sehr einfache Kennzahl. Aktien nur aufgrund der Chowder Rule für das Depot auszuwählen wäre daher grob fahrlässig. Hierfür sollte man sich immer intensiv mit dem Unternehmen, dessen Geschäftsmodell sowie den Kennzahlen beschäftigen. Ich nutze hierfür beispielsweise mein Scoring Modell.

Die Kennzahl kann aber nach meiner Einschätzung immer dann herangezogen werden, wenn man bereits einige interessante Unternehmen identifiziert hat und sich nun zwischen diesen Unternehmen entscheiden muss. Ich nutze die Chowder Rule somit eher als „letzte Entscheidungsgrundlage“.

Welche Aktien erfüllen die Kriterien?

Ich gebe im Folgenden eine beispielhafte, bei weitem nicht abschließende Übersicht zu Aktien, die aufgrund der Chowder Rule für Dividendeninvestoren interessant sein könnten.

AktieDiv.-RenditeDurchschn. Div-Wachstum 5
Jahre
Chowder Rule
Altria6,38%11,7%18,08
3M3,26%12,31%15,57
Eaton Vance3,24%9,34%12,58
Illinois Tool Works2,68%18,92%21,60
T. Rowe Price2,72%12,65%15,37

Beliebte Dividendenaktien wie beispielsweise Coca Cola (Chowder Rule = 9,39), Exxon Mobil (Chowder Rule = 9,46) oder Johnson & Johnson (Chowder Rule = 9,4) schaffen es nicht in die nähere Auswahl.

Hinweis: Den Beitrag habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Es handelt sich hierbei lediglich um meine Einschätzung als Privatanleger und keinesfalls um eine Kaufempfehlung. Der Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken.

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2 thoughts

  1. Hallo Finanzzauber,
    ist in der Tat eine nette Regel, die bei der Beurteilung von Aktien helfen kann. Ich stimme dir zu, dass sie sich nicht als alleinige Bewertungsgrundlage eignet, kann aber letztendlich den finalen Ausschlag geben.
    Viele Grüße
    Max

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  2. Guten Morgen,

    ich selbst habe noch nichts von dieser Anlagestrategie gehört, schaue aber als Dividenden-Growth-Investor eher darauf wie stark das Unternehmen und vorallem die Dividende gewachsen ist. Dabei spielt die aktuelle Div.-Rendite eine eher untergeordnete Rolle. Denn mit steigender Dividenden, steigt auch meine persönliche Dividendenrendite.

    Gruß,
    Marco

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