Dividendenaktien sind bei Privatanlegern sehr beliebt. Es gibt viele, die sich mit Dividenden ein schönes Zusatzeinkommen aufbauen wollen. Das kann sinnvoll sein, ist die Rente doch alles andere als sicher! Diejenigen, die im Alter zusätzlich Ausschüttungen erhalten, können daher deutlich ihre Lebensqualität steigern.

Doch nicht jede Aktie eignet sich für diesen Zweck. Daher schauen wir heute auf drei Dinge, woran man eine gute Dividendenaktie erkennt.

Die Basis: Unternehmensgewinn

Unternehmen können nur dann Dividenden an die Aktionäre ausschütten, wenn sie kontinuierlich und nachhaltig Gewinne erwirtschaften. Bei der Titelauswahl sollten Dividendeninvestoren daher besonders auf die Gewinnentwicklung der vergangenen Jahre sowie auf die Prognose für die Zukunft achten.

Nur dann, wenn das Unternehmen von Jahr zu Jahr steigende Gewinne erwirtschaftet und dies auch zukünftig tun wird, eignet es sich als Dividendenwert. Steigende Gewinne führen zu steigenden Ausschüttungen und damit zu nachhaltig steigenden Dividendenrenditen.

Natürlich gilt, je länger das Unternehmen steigende Gewinn vorweisen kann, desto besser. Als zu betrachtender Zeitraum eignen sich hier 3, 5 oder 10 Jahre.

Die Ausschüttungspolitik

Nicht jedes Unternehmen, das ordentliche Gewinne erwirtschaftet, schüttet diese an die Aktionäre aus. Einige prominente Beispiele investieren nahezu den gesamten Gewinn in zukünftiges Wachstum und/oder führen umfangreiche Aktienrückkaufprogramme durch. Dazu gehören beispielsweise Amazon, Adobe oder auch Warren Buffetts Holding Berkshire Hathaway. Diese Aktien sind für Dividendeninvestoren mangels Ausschüttung sicherlich nicht geeignet (für Growth Investoren jedoch allemal). 

Dann gibt es Unternehmen, die sich sogar verschulden bzw. mehr ausschütten, als sie erwirtschaften und somit ihre Substanz angreifen. Ein prominentes Beispiel dafür ist die Telefonica Deutschland, die immerhin für 2018 eine Dividendenrendite von knapp 8% eingebracht haben. Doch trotz dieser ansehnlichen Dividendenrendite halte ich diese Strategie für sehr bedenklich, da hierbei das Eigenkapital Jahr für Jahr angegriffen wird und das Unternehmen somit für die Zukunft schlechter aufgestellt ist.

Es kommen daher nur Unternehmen infrage, die über eine gesunde Ausschüttungsquote verfügen. Die Ausschüttungsquote (englisch: Payout Ratio) beschreibt, welcher Teil des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet wird und welcher Teil im Unternehmen für Investitionen verbleibt.

Auch wenn Dividendeninvestoren sich über regelmäßig üppige Ausschüttungen freuen, freuen sie sich wahrscheinlich noch mehr, wenn die Dividenden zukünftig stark ansteigen. Das wird jedoch nur dann der Fall sein, wenn das Unternehmen einen Teil des Gewinns in wachstumstreibende Ideen investiert.

Anders ausgedrückt: Es können nur diejenigen Unternehmen nahezu den gesamten Gewinn ausschütten, die keine guten Ideen mehr für die Zukunft haben. Eine hohe Dividendenrendite ist damit alles andere als ein Qualitätsmerkmal. Vielmehr sollte dies als Warnhinweis verstanden werden, sich ein mögliches Investment in diese Aktien nochmals genau zu überlegen. Je nach Anlagehorizont, Präferenz und Strategie kann dieses dennoch sinnvoll sein. Die Entscheidung muss jeder selbst treffen.

Kleine Dividendenrenditen bedeuten daher nicht, dass es sich um einen schlechten Dividendenwert handelt. Wichtig ist zu schauen, wie der Gewinn verwendet wird und wie sich die Dividende im Zeitablauf verändert.

Es gibt hierbei nicht die optimale Ausschüttungsquote. Persönlich finde ich Unternehmen interessant, die zwischen 33% und 66% ihrer Gewinn ausschütten. Diese Ausschüttungsquote ist ein Indikator dafür, dass dem Unternehmen bislang nicht die Ideen ausgehen, sie somit weiterhin in die Zukunft investieren und trotzdem einen ansehnlichen Betrag an die Aktionäre ausschütten.

Beispiel 1: Daimler

Mit einer Dividendenrendite von über 7% ist Daimler eines der deutschen Unternehmen, das seit Jahren die höchsten Ausschüttungen vornimmt. Das ist auf den ersten Blick gut, da das Unternehmen auch ordentliche Gewinne erwirtschaftet.

Letzte Woche verkündete Daimler jedoch eine Gewinnwarnung. Zudem hat der Kurs in den letzten 5 Jahren über 30% eingebüßt. Das ist erstaunlich, hat der Großteil der Unternehmen in dieser Hausse doch ordentlich zugelegt.

Dass die deutschen Autobauer das Thema Elektromobilität fast verschlafen haben, ist kein Geheimnis. Die hohe Ausschüttung zeigt dabei nur, dass das Unternehmen offenbar nicht genug in neue gute Ideen investiert. Hätten Daimler das Thema frühzeitig in Angriff genommen, kann man nur spekulieren, wie hoch der Kurs dann heute stehen würde…

Beispiel 2: SAP

SAP steht hier deutlich besser dar. Der Softwareriese behält mehr als die Hälfte seiner Gewinne ein und nutzt diese zusätzlichen Mittel konsistent für Investitionen. Das ist einer der Gründe, weshalb SAP trotz der zuletzt nur halb so hohen Gesamtausschüttungen fast dreimal so hoch bewertet ist.

Beispiel 3: Freenet

Anders gelagert als die beiden vorherigen Beispiele ist Freenet. Der Telko-Vertrieb hat sein deutsches Vertriebsnetz und ist damit so weit zufrieden. Investitionen dienen primär dem Erhalt und weniger der Expansion. Gelegentliche Übernahmen und Beteiligungen wiederum werden mit günstigem Fremdkapital finanziert. Folglich kann der Großteil des Gewinns ausgeschüttet werden, wodurch Aktionäre mit einer stattlichen Dividendenrendite beglückt werden.

Aktionäre konnten sich zuletzt über eine Dividendenrendite von über 9% freuen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Aktienkurs in den letzten 5 Jahren um über 25% gesunken ist.

Das Management

Die besten Dividendenaktien sind diejenigen, wo die zukünftig zu erwartenden Gewinne nicht nur üppige Ausschüttungen möglich machen, sondern auch das Management plausibel aufzeigt, warum es die einbehaltenen Mittel braucht und warum es für die ausgeschütteten Mittel keine renditesteigernden Einsatzmöglichkeiten sieht.

Wie das Management mit dem Thema Dividenden umgeht, lässt sich gut an der Dividendenentwicklung der Vergangenheit ableiten.

  • Wie viele Jahre in Folge wurde die Dividende erhöht / nicht gesenkt?
  • Wie hat sich die Dividende in Krisenzeiten (z.B. in den Jahren 2008/2009 entwickelt?
  • Werden gar Schulden aufgenommen, um die Ansprüche der Aktionäre zu befriedigen?
  • Wofür werden die nicht ausgeschütteten Gewinne verwendet?

Das sind nur einige Punkte, die man hierbei berücksichtigen kann.

Fazit

Die oben genannten drei Punkte sollten in jedem Fall bei der Auswahl von Dividendenaktien beachtet werden.

Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Kriterien, die ebenfalls ihre Berechtigung haben können.

Auf welche Kriterien achtest du? Schreibe es gerne in die Kommentare.

Zauberhafte Grüße

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3 thoughts

  1. Hallo Finanzzauber,
    klasse Beitrag! Ich achte bei der Aktienauswahl außerdem am das Umsatzwachstum der jetzten 10 Jahre. Natürlich schaue ich auch auf die Dividendenrendite, auch wenn ich dir zustimme, dass diese nicht zwangsläufig 5%+ sein muss. Geringer als 2% sollte sie aber auch nicht sen 🙂
    Viele Grüße
    Paul

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  2. Schöne Zusammenfassung, welche ich nur so unterschreiben kann, aber gerade viele Anfänger gerne außer Acht lassen!

    Manchmal ist eine hohe Dividendenrendite ja der einzige Grund für einen Kauf, mit dem entsprechenden bösen Erwachen im Anschluss.

    – David

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