Politische Börsen haben kurze Beine – so lautet eine alte Börsenweisheit. Schaut man jedoch auf den Handelskonflikt zwischen China und den USA muss man feststellen, dass es dieses Mal wohl anders ist. Immer dann, wenn eine Lösung zum Greifen nahe scheint, poltert der US Präsident per Twitter gegen China und schickt damit die Aktienkurse auf Talfahrt.

Letzte Woche haben wir eine neue Stufe des Eskalation erreicht, eine schnelle Lösung scheint nicht in Sicht zu sein. Die Märkte sind äußerst nervös. Ein Tweet von Herrn Trump reichte letzte Woche wieder einmal aus, um die Kurse in den Keller zu schicken.

Viele Privatanleger lassen sich davon beeinflussen und verkaufen ihre Aktien. Schließlich beweist dies einmal mehr, dass Aktien nur etwas für Zocker sind, oder etwa doch nicht?

Im Folgenden möchte ich vier Tipps geben, wie man trotz volatiler Börsen entspannt durch den Handelskonflikt kommen und langfristig davon sogar profitieren kann.

1. Cool bleiben

Wir Privatanleger sollten einen langfristigen Anlagehorizont haben. Wir sind keine Day Trader oder Börsenprofis, Unser Ziel ist es nicht, in möglichst kurzer Zeit unseren Depotwert zu maximieren. Vielmehr möchten wir

  • langfristig Vermögen aufbauen
  • für das Alter vorsorgen und die drohende Rentenlücke schließen
  • ein zusätzliches passives Einkommen durch Dividenden aufbauen
  • am langfristigen Erfolg der Wirtschaft partizipieren

Unser Anlagehorizont beträgt 10 Jahre plus! Was kümmert uns daher ein kurzfristiger Rücksetzer bei den Kursen?

Es war schon immer so, dass Aktien auf lange Sicht durchschnittlich eine jährliche Rendite von knapp 7-8% und mehr gebracht haben. Wohl gemerkt: Durchschnittlich. Auf Jahre mit geringerer oder gar negativer Rendite folgten Jahre mit überdurchschnittlich hoher Rendite. Vor diesem Hintergrund wirken die jüngsten Kursverluste doch sehr überschaubar, oder?

Daher gilt: Wenn du langfristig von dem Unternehmen überzeugt bist, gibt es überhaupt keinen Grund, die Anteile zu verkaufen!

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2. Cashquote erhöhen

Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unruhe sind für langfristig orientierte Anleger sogar eine tolle Chance, Qualitätsunternehmen zu einem temporär deutlich günstigeren Preis zu erwerben.

Um genügend Mittel verfügbar zu haben, damit man bei einem kurzfristigen Kursrücksetzer zuschlagen kann, sollte man seine Cashqoute erhöhen. Dies kann entweder durch eine Erhöhung der monatlichen Sparrate und/oder durch die Auflösung ggf. vorhandener Risikopositionen erfolgen. So kann man das Börsentreiben entspannt verfolgen und dann zuschlagen, wenn der Aktienkurs eines Qualitätsunternehmens zeitweise nachgibt.

3. Watchlist erstellen

Damit man bei Kursrücksetzern auch schnell reagieren kann, ist eine Watchlist unerlässlich. Mit der Watchlist, die bei allen gängigen Finanzportalen, Banken oder Brokern elektronisch angelegt werden kann ist es möglich, äußerst komfortabel eine Liste der eigenen Favoriten zu erstellen und die Entwicklung der Aktienkurse im Blick zu behalten. Oftmals kann man auch Preislimits hinterlegen, bei deren Unterschreitung man eine E-Mail oder Push-Benachrichtigung erhält.

Eile ist hierbei nicht geboten, wird der Handelskonflikt noch längere Zeit andauern. Wir werden daher in den kommenden Wochen und Monaten weiterhin ein Auf-und-Ab an der Börse sehen, sodass es in der nächsten Zeit immer wieder aussichtsreiche Einstiegszeitpunkte geben wird.

Auf diese Watchliste solltest du dann alle Unternehmen packen, die du schon immer mal gerne im Depot gehabt hättest, bislang aber aufgrund eines zu hohen Kurses nicht zugeschlagen hast.

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4. Zeitlich streuen

In turbulenten Börsenzeiten sollte man nicht den Fehler machen, bei einem Kursrücksetzer bzw. Kurseinbruch gleich sämtliche Cashreserven zu investieren. Man kann nie wissen, ob die Kurse nicht doch noch weiter fallen.

Über schrittweise Zukäufe – z.B. in Form eines monatlichen Aktiensparplanes – kann man hier das Risiko deutlich reduzieren. Vielleicht ist man zunächst ein bisschen zu teuer eingestiegen. Kauft man zu einem späteren Zeitpunkt zu einem geringeren Kurs nach, bekommt man die Aktien nochmals günstiger und die durchschnittlichen Anschaffungskosten reduzieren sich.

Aus eigener Erfahrung kann ich hierfür das Angebot der comdirect* empfehlen. Bei der comdirect sind die meisten gängigen Aktien sparplanfähig – und das bereits ab einer monatlichen Sparrate von 25€. Das Depot ist kostenlos und die Kosten mit 1,5% pro Sparrate gering. Eine Anpassung der Sparrate ist jederzeit möglich und ebenfalls kostenlos.

Alternativ könnte man auch ohne Sparplan zunächst nur eine kleine Position aufbauen, die man sukzessive erhöht. Nutzt man beispielsweise den Broker Trade Republic, so fallen hier kaum Transaktionskosten an (nur 1€ pro Order).

Zusammenfassung

Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt, dass Kursrückgänge bei Qualitätsaktien nicht lange anhalten. Oftmals geht es sogar ziemlich schnell wieder bergauf. Trump seid Dank ergeben sich derzeit gute Gelegenheiten, die Qualität im Depot zu erhöhen. Du siehst also – es gibt keinen Grund, angesichts des Handelskonfliktes der Börse den Rücken zu kehren 🙂

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Hinweis: Es handelt sich hierbei lediglich um meine Einschätzung als Privatanleger und keinesfalls um eine Anlageberatung oder Kaufempfehlung. Der Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken.

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