Wie die Zeit vergeht: Es ist nun ein Jahr her, dass ich begonnen habe, einen
kleinen Betrag bei der P2P Plattform Mintos* zu investieren. Im heutigen Artikel möchte ich eine Zwischenbilanz ziehen und meine gesammelten Erfahrungen teilen. Lohnt es sich bei Mintos als Privatanleger Geld einzuzahlen?

Worum geht es bei P2P Krediten?

Bei P2P Krediten kann ich – als Privatanleger – in Kredite investieren,
die an andere Privatpersonen vergeben werden. Daher kommt auch der Name P2P = Peer to Peer.

Mintos vergibt die Kredite nicht selbst, sondern agiert lediglich als Vermittler zwischen dem Kreditgeber und mir als Privatperson:

  • Max („Darlehensnehmer“) aus Estland möchte ein neues Auto kaufen. Er finanziert dieses bei Paul („Kreditgeber“).
  • Paul („Kreditgeber“) bewertet den Antrag, setzt einen Zinssatz fest und leiht Geld aus seinen Mitteln.
  • Paul („Kreditgeber“) schreibt dann das Darlehen auf dem Mintos-Marktplatz aus, wo ich dieses Darlehen für meine Investition auswählen kann. Ich erhalte dann monatlich einen Teil des von Paul („Kreditgeber“) festgelegten Zinssatzes.

Investierter Betrag

Zunächst ging es mir nur darum, P2P Kredite kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln. Bei Finanzbloggern waren und sind P2P Kredite weiterhin ein Hot Topic. Traumhafte Renditen jenseits der 10% einerseits, hohes Risiko anderseits – darum geht es in den verschiedenen Blogs immer wieder. Ich wollte daher sehen, was es damit auf sich hat.

Ich habe mir daher Anfang Dezember 2018 ein Konto bei Mintos* angelegt und zunächst 250 Euro dort eingezahlt. Nach knapp 3 Monaten habe ich diesen Betrag auf insgesamt 1.500 Euro aufgestockt.

Was anfangs lediglich eine Spielerei für mich war, hat sich schnell zu einem
echten Bestandteil bei meiner Geldanlage entwickelt. Mein Ziel ist es, im
kommenden Jahr mein Investment auf 3.000 Euro aufzustocken.

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Meine Erfahrungen mit Mintos

  1. Registrierung

Die Registrierung sowie die Einzahlung funktionierten problemlos. Ich habe
das Geld von meinem Girokonto überwiesen. Da Mintos ein Konto in Deutschland angibt, ist die Überweisung schnell und unkompliziert möglich gewesen (anders als beispielsweise bei Bondora – hier muss das Geld auf ein ausländisches Bankkonto überwiesen werden, wozu in meinem Fall erst eine Freischaltung für Auslandsüberweisungen durch meine Bank erforderlich war – ich weiß, es gibt auch noch andere Möglichkeiten, aber am liebsten nutze ich nach wie vor die gute alte Überweisung…).

  1. Auto Invest Funktion

Für die Geldanlage nutze ich die Auto Invest Funktion, da ich keine Zeit und
Lust habe, die Kredite manuell zu vergeben. Mit wenigen Klicks kann man die wesentlichen Parameter angeben.

So kann ich beispielsweise einstellen, dass

  • ich ausschließlich in kurzfristig laufende Kredite (Laufzeit < 3 Monate)
  • je einen Maximalbetrag von 10 Euro, 20 Euro € oder einen beliebigen anderen Betrag
  • und ausschließlich in Kredite mit einer sog. Rückkaufgarantie (mehr dazu gleich) investieren möchte.

Die täglich erhaltenen Zinsen werden durch die Auto Invest Funktion gleich
wieder angelegt. Das trägt dazu bei, dass der Zinseszinseffekt optimal zum
Tragen kommt.

  1. Meine Rendite

In Zeiten von Null- oder gar Negativzinsen klingt es fast unglaublich, dass ich bei Mintos über 11% Rendite auf meine Investition erzielt habe. Insgesamt habe ich also in einem Jahr knapp 130 € an Zinsen erhalten.

Bislang wurden sämtliche Kredite auch getilgt (oder zurückgekauft, s.u.). Ein Ausfall und damit Verlust eines Teils meiner Einlage ist bislang nicht
vorgekommen.

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Nur mit Rückkaufgarantie

Die hohe Rendite gibt es nicht geschenkt. Da man sein Geld über Mintos an
Personen verleiht, die man weder kennt noch einschätzen kann, ob diese Person den Kredit zurückzahlen kann, stellen P2P Kredite grundsätzlich eine hoch riskante Form der Geldanlage dar.

Dieses Risiko kann man jedoch dadurch reduzieren, dass man darauf achtet nur in Kredite mit einer sog. Rückkaufsgarantie zu investieren.

Mit einer Rückkaufgarantie (englisch auch “Buyback” genannt) übernimmt der Kreditgeber, in meinem Beispiel oben also Paul, das Kreditausfallrisiko für mich. Sollte der Darlehensnehmer den Kredit nicht tilgen können, kauft mir der Kreditgeber mir den „faulen“ Kredit ab und ich bekomme mein geliehenes Geld zurück – inklusive Zinsen und Verzugszinsen.

Praktisch kauft er das Darlehen sogar bereits dann zurück, sobald das
Darlehen den maximalen Zahlungsverzug überschritten hat. Ich habe damit sofort das Geld zurück und kann neu investieren. Aufgrund der Auto Invest Funktion merkt man u.U. nicht einmal etwas davon.

Bei der Auto Invest Funktion habe ich daher nur diejenigen Kreditgeber ausgewählt, die eine Rückkaufgarantie anbieten – siehe rechte Spalte.

Mir ist bewusst, dass – trotz Rückkaufgarantie – weiterhin Risiken bestehen.
So kann beispielsweise der Kreditgeber oder Mintos selbst zahlungsunfähig
werden. Dann nützt diese Garantie ggf. auch nichts mehr. Auch wenn man beides niemals ausschließen kann, ist das Risiko des Totalverlusts damit deutlich geringer. Für diese Sicherheit verzichte ich gerne auf ein bisschen Rendite.

Kurze Laufzeit und Risikostreuung

Des Weiteren investiere ich nur in Kredite mit kurzer Laufzeit bis max. 3 Monate („Remaining Loan Term (months)“). Ich schätze die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsausfällen bei langfristigen Krediten höher ein. Außerdem ist mein Geld dann nur für einen kurzen Zeitraum vergeben und ich kann ggf. schneller auf Entwicklungen reagieren.

Viele Blogger merken zurecht an, dass sich bislang noch keine P2P Plattform bei einer Finanzkrise behaupten musste – dafür sind
P2P Kredite zu jung. Daher ist es mir wichtig, im Fall der Fälle schnell mein
Geld abziehen zu können.

Außerdem vergebe ich max. 20 Euro pro Kredit. Dadurch versuche ich, das Risiko weit zu streuen. Sollte nun tatsächlich einmal ein Kredit vollständig ausfallen, wäre mein Verlust mit 20 Euro zu verschmerzen.

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Tägliche Zusammenfassung per E-Mail

Besonders motivierend ist die tägliche Zusammenfassung, die ich von Mintos erhalte. Jeden Tag erhalte ich eine E-Mail, die mir meine Rendite und die erhaltenen Zinsen aufzeigt. Wer die tägliche E-Mail eher nervig findet, kann diese Funktion natürlich auch deaktivieren 🙂

Fazit

Nach knapp einem Jahr bin wirklich sehr zufrieden mit Mintos. Ich
brauche mich um nichts zu kümmern und kann täglich dabei zusehen, wie sich das Geld vermehrt.

Wenn ich meine angestrebte Investitionshöhe von 3.000 Euro erreicht habe, bekomme ich – sofern nichts Unvorhergesehenes eintritt – bei der o.g. Nettorendite von 11% jährlich 330 Euro Zinsen.

Zugegeben, das Risiko ist höher als bei konventionellen Geldanlagen – dies
wird aber mit einer hohen Rendite belohnt. Durch die Verteilung meines
Gesamtinvestitionsbetrages auf viele kleine Kredite und die Rückkaufgarantie ist das Risiko für mich jedoch kalkulierbar.

Falls du bislang noch nicht bei Mintos investiert bist, kannst du dies hier* nachholen.

Falls du bereits länger bei Mintos investiert bist, freue ich mich auch über
deine Erfahrungen mit dieser Plattform.

Für mehr Zauber bei deinen Finanzen kannst du dich gerne in meinen E-Mail Verteiler (rechts) eintragen. Du bekommst dann immer eine Information, sobald ein neuer Artikel veröffentlicht wurde. Und keine Sorge: Ich versende keinen Spam und keine Werbung 🙂

Gerne kannst du mir auch bei Instagram folgen.

Hinweis: Den Beitrag habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Es handelt sich hierbei lediglich um meine Einschätzung als Privatanleger und keinesfalls um eine Empfehlung zu Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Anlageberatung oder Steuerberatung. Der Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken. Ich kann daher keine Haftung für die Korrektheit, die Vollständigkeit oder die Aktualität der Informationen übernehmen. P2P Kredite sind mit hohen Risiken verbunden, die u.U. auch zu einem Totalausfall deiner Investition führen können.

Bei den mit * gekennzeichneten Links handelt es sich um sog. Affiliate Links. Dir entstehen keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch ggf. eine kleine Provision zur Deckung meiner Kosten für den Blog.

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