Nach der Analyse des Zahlungsdienstleisters Visa und des Beton- und Zementherstellers HeidelbergCement folgt heute die dritte Aktie aus meinen Depot mit einer detaillierten Analyse.

Es handelt sich dabei um einen der wenigen starken Wachstumswerte, die im deutschen Leitindex DAX vertreten sind: Die Adidas AG.

Die Unternehmensgeschichte

Im kleinen mittelfränkischen Ort Herzogenaurach gründeten die Brüder Adolf (Adi) und Rudolf (Rudi) Dassler 1924 die „Gebrüder Dassler Schuhfabrik“. Die Sportschuhe verbreiten sich schnell. Bei den Olympischen Spielen 1936 sprintet der US-Athlet Jesse Owens in den Dassler-Schuhen vier Mal zu Gold.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kommt es zum Bruch zwischen den Brüdern. 1948 trennen sie sich und teilen die Schuhfabrik auf. Rudi gründet Puma, Adi am 18. August 1949 Adidas mit 47 Mitarbeitern.

Beim Namen des Unternehmens handelt es sich um ein Akronym, das sich aus Dasslers Spitznamen Adi und den ersten drei Buchstaben seines Nachnamens zusammensetzt. Dies war zugleich die Geburtsstunde der drei parallelen Streifen, die er sich ebenfalls an diesem Tage als Marke patentieren ließ.

Bekannt wurde das Unternehmen durch die Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz. Adidas stattete die deutsche Nationalmannschaft beim sog. Wunder von Bernd mit Fußballschuhen aus.

In den Folgejahren wurde Adidas immer wieder zum Ausstatter der Fußballnationalmannschaft – und das nicht nur mit Schuhen, sondern ebenfalls mit Sportanzügen, Trikots und Hosen. Seit 1963 produziert Adidas zudem Fußbälle und rüstet seit 1970 jede FIFA Fußball-Weltmeisterschaft mit dem offiziellen Spielball aus.

Passend zu den Olympischen Spielen 1972 in München stellte Adidas ein neues, zukunftsträchtiges Logo vor: Das Dreiblatt. Es steht für die Höchstleistung jedes Athleten, aber auch für die Völkerverständigung und die Internationalität. Jedes Blatt symbolisiert eine der drei kontinentalen Landmassen: Eurasien, Afrika und Amerika.

Adolf Dassler verstarb 1978 und hinterließ seiner Familie den zwischenzeitlich zum Weltmarktführer aufgestiegenen Sportartikelhersteller.

Nach seinem Tod gerät Adidas jedoch immer mehr in Schieflage. Wechselnde Geschäftsleitungen und zweifelhafte Entscheidungen führen Adidas 1992 zu einem Rekordverlust – Adidas steht vor das Aus. Dies ist zudem die Möglichkeit für die US-Konkurrenten Nike und Reebok, die nun verstärkt nach Europa drängen.

Unter der neuen Führung von Robert Louis-Dreyfus gelingt jedoch die Rettung. Erfolgreich führt er Adidas zurück auf Wachstumskurs und bringt das Unternehmen 1995 an die Börse. 1998 erfolgt die Aufnahme in den deutschen Leitindex Dax. Ab sofort gehört Adidas zu den 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands.

2006 übernahm Adidas die US Firma Reebok für über drei Milliarden Euro. Damit gelingt es Adidas, Marktanteile in Nordamerika zu gewinnen.

Seit 2016 wird das Unternehmen durch den Ex-Henkel-Chef Kasper Rorsted geführt. Der Däne setzt auf Effizienz, Profitabilität und Digitalisierung. Unter seiner Führung wächst der Gewinn sechs Mal so schnell wie der Umsatz. Inzwischen hat Adidas fast das Niveau des weltgrößten Herstellers und Branchenführers Nike erreicht.

Werbeanzeigen

Die Kennzahlen

Bei Anwendung der Finanzzauber Scorecard erhält das Unternehmen einen Wert von 12,5 von maximal 14 Punkten. Dieses Ergebnis zeigt, dass es sich bei Adidas um ein absolutes Qualitätsunternehmen handelt.

Tolles Wachstum, solide Bilanz

Adidas besticht durch konstantes Wachstum – sowohl beim Umsatz, als auch beim operativen Gewinn (EBIT) und beim Gewinn pro Aktie (EPS).

Besonders positiv ist hier, dass

  • der Gewinn stärker als der Umsatz wächst und
  • das durchschnittliche Wachstum in allen drei Bereichen in den kommenden drei Jahren noch stärker als in den vergangenen 10 Jahren zunehmen wird.

Mit einer Eigenkapitalquote von über 40% ist das Unternehmen auch für Krisenzeiten gut aufgestellt.

Die Eigenkapitalrendite ist ordentlich, allerdings geht ein Punkt verloren, da die EBIT Marge lediglich 9,43% und damit knapp unter den geforderten 10% liegt. Hierbei ist allerdings auch zu bedenken, dass eine vergleichsweise geringe EBIT Marge bei Konsumgüterunternehmen keine Seltenheit ist.

Werbeanzeigen

Das Wachstum steht auf einem soliden Fundament – die Chancen und die Risiken

Starke Marke – tiefer Burggraben

Die drei Streifen kennt jeder. Adidas verfügt über eine sehr starke und optimal positionierte Marke. Neue Player haben es daher schwer in den Markt einzudringen und Adidas Marktanteile streitig zu machen.

Die größte Konkurrenz geht daher von den etablierten Konkurrenten aus. Hier sind vor allem Dauerrivale Nike sowie die wiedererstarkte Puma zu nennen.

Branchenwachstum

Adidas geht davon aus, dass die weltweite Sportartikelindustrie im mittleren einstelligen Prozentbereich wächst. Dabei soll der weltweit größte Sportartikelmarkt, Nordamerika, weiterhin der Wachstumstreiber der Sportartikelbranche sein.

Auch in den Schwellenländern sollte die fortschreitende Urbanisierung sowie eine wachsende Mittelschicht zum Wachstum der Branche beitragen. Auch in den Industrieländern wird mit robustem Wachstum gerechnet. Den Erwartungen zufolge wird zunehmende sportliche Aktivität sowie das erhöhte Gesundheitsbewusstsein die Nachfrage nach Sportprodukten weiter vorantreiben.

E-Commerce

Die Strategie setzt auf eigene Vertriebswege, sowohl mit eigenen Ladengeschäften, aber vor allem auf E-Commerce und schwimmt mit im aktuellen Megatrend. Adidas arbeitet stetig am Ausbau des Online-Geschäftes – eine durchaus profitable Strategie, gelingt es so zunehmen Kosten für externe Vertriebswege zu reduzieren.

Konjunktur

Allerdings haben auch für die Sportartikelbranche die Risiken im Zusammenhang mit Handelsspannungen und geopolitischen Konflikten zugenommen. Eine nachlassende Konjunktur oder gar eine Rezession könnten natürlich zu einem Rückgang der Nachfrage und damit zu einem Nachlassen des Wachstums führen.

So bracht der Jahresüberschuss in der Finanzkrise im Jahr 2009 um über 60% ein. Dies zeigt die doch sehr große Abhängigkeit von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. In Krisenzeiten verzichten die Konsumenten auf die „teurere“ Marke und können auf günstigere Produkte ausweichen.

Wettbewerb

Der Markt ist hart umkämpft. Hier sind vor allem Nike, Puma und Under Armour als Konkurrenten zu nennen.

Adidas ist derzeit allerdings hervorragend als Marke positioniert. Dem Unternehmen ist es durch strategische Partnerschaften, wie beispielsweise mit dem DFB (Deutscher Fußball Bund), gelungen, seine starke Marktstellung zu festigen und auszubauen.

Neue Technologien

Im Geschäftsbericht benennt Adidas das Risiko, dass der technologische Wandel ggf. versäumt werden könnte. Doch gerade deshalb halte ich das für sehr unwahrscheinlich. Adidas ist sich der Möglichkeiten, die KI und 3D Drucke bieten, durchaus bewusst. Insbesondere der 3D Druck stellt m.E. eine große Chance dar. Man stelle sich nur einmal vor, dass der Konsument, bequem von zu Hause aus oder alternativ gleich im Ladengeschäft einen Schuh selbst und individualisiert gestaltet. Im Anschluss wird dieser Schuh umgehend mittels 3D Druck hergestellt und innerhalb eines Tages nach Hause geliefert bzw. gleich mit nach Hause genommen- klingt toll, oder?

Fazit

Das größte Risiko sehe ich in einer starken Rezession, die deutliche Spuren in der allgemeinen wirtschaftlichen Situation hinterlässt. Wenn die Arbeitslosigkeit zunimmt und den Menschen immer weniger Geld zur Verfügung steht, werden sie sicherlich an sportlichen Markenprodukten sparen. Diese Abhängigkeit wurde durch die Finanzkrise bestätigt. Eine lediglich vorübergehende Konjunktureintrübung sollte m.E. aufgrund der starken Marke hingegen unkritisch sein. Insgesamt überwiegen daher für mich die Chancen die Risiken.

Werbeanzeigen

Bewertung

Vergleich KGV aktuell / historisch

Die Aktie erscheint im historischen Vergleich eher teuer bewertet zu sein. So beträgt das aktuelle KGV 28 und liegt damit höher als im Schnitt der letzten 10 Jahre (knapp 25). Angesichts der prognostizierten stärkeren Steigerung des Gewinns in den kommenden Jahren erscheint dieser Aufschlag gerechtfertigt.

KGV Modell – 11 % Renditeerwartung

Nach dem KGV Modell ergibt sich unter Berücksichtigung des erwarteten Gewinnwachstums beim derzeitigen Kurs von 278 Euro eine erwartete Rendite von 11,4% pro Jahr.

Für meine Investitionen habe ich eine jährliche Renditeerwartung von mindestens 10%. Legt man diese zugrunde, ergibt sich ein fairer Wert von 316 Euro. Bezogen auf meine 10%ige Renditeerwartung erscheint die Aktie daher eher günstig zu sein.

Vereinfachtes DCF Modell – 11% Renditeerwartung

Der Unternehmenswert (und damit auch der Wert der Aktie) errechnet sich aus der Summe aller zukünftig zu erwartenden Zahlungsströme (Cashflows). Schließlich können die Cashflows für

  • Dividenden,
  • Aktienrückkäufe und/oder zur
  • Schuldentilgung

verwendet werden. Alle drei Verwendungsoptionen erhöhen die Rendite des Aktionärs.

Beim Discounted Cashflow Modell (DCF Modell) werden daher im ersten Schritt die zukünftigen Cashflows geschätzt. Da ein Euro in 10 Jahren weniger wert ist als ein Euro heute, werden die Cashflows auf den heutigen Tag abgezinst. So erhält man den Wert aller zukünftiger Cashflows am heutigen Tage. Teilt man den so berechneten Gesamtwert aller zukünftigen Cashflows durch die Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien, erhält man den fairen Wert der Aktie zum heutigen Tag.

Der Free Cash Flow beträgt für 2019 knapp 1,66 Mrd. Euro. Unterstellt man ein langfristiges nachhaltiges Gewinnwachstum von 10%, erhält man bei einer 10%igen Renditeerwartung einen fairen Wert knapp 360 Euro. Beim derzeitigen Kurs ergibt sich eine jährliche Renditeerwartung von knapp 11,1%. Die Aktie erscheint daher nach diesem vereinfachten Modell ebenfalls günstig bewertet.

Werbeanzeigen

Zusammenfassung

Es spricht viel dafür, dass die Aktie von Adidas kaufenswert ist. Anleger können hier mit einer überdurchschnittlichen Rendite rechnen.

Mein Kauf

Ich habe am 08.08.2019 und am 04.12.2019 je 2 Aktien von Adidas zum Kurs von 263,05 Euro bzw. 278,25 Euro – also insgesamt für 1.082,60 Euro – in das Finanzzauber Depot gekauft. Sollten sich günstige Einstiegsmöglichkeiten ergeben, würde ich die Zahl der Aktien weiter aufstocken.

Was ist deine Meinung zu Adidas? Schreibe es mir gerne in die Kommentare.

Für mehr Zauber bei deinen Finanzen kannst du gerne meinen Blog abonnieren. Trage dich dafür einfach in die Verteilerliste (rechts) ein. Alternativ kannst du mir auch gerne bei Instagram folgen.

Hinweis: Den Beitrag habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Es handelt sich hierbei lediglich um meine Einschätzung als Privatanleger und keinesfalls um eine Empfehlung zu Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Anlageberatung oder Steuerberatung. Der Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken. Ich kann daher keine Haftung für die Korrektheit, die Vollständigkeit oder die Aktualität der Informationen übernehmen.

Werbeanzeigen

2 thoughts

  1. Danke für den interessanten Beitrag!
    Ich bin deiner Meinung und denke ebenfalls, dass Adidas absolut kaufenswert ist. Adidas ist eine so etablierte Marke, dass sie immer gekauft wird. Zudem hält Adidas immer ein gutes Image, was Konsumenten grundsätzlich positiv stimmt und außerdem ist Adidas schon so lange am Markt mit relativ gleichbleibender Qualität, sodass auch Stammkunden immmernoch regelmäßig kaufen. Auch in Korrekturen oder Rezessionen…..konsumiert wird immer. Also ich würde in Adidas auf jeden Fall einen zuverlässigen und lohnenswerten Titel sehen und die Zahlen und Daten sprechen ebenfalls dafür.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.